Airlie Beach Race Week 2012 & mein Fazit von Australien
14 08 2012Hallo meine lieben Daheimgebliebenen,
heute werde ich euch das letzte Mal aus Australien berichten. Die Woche war eine reine Segelwoche…hier ist der Bericht meiner Race-Week:
Freitag der 10.08.12/ Tag 1
Am Freitag machte ich mich früh morgens auf den Weg zum Hafen. Ich war mit meiner Crew fuer 9.30 Uhr verabredet und war schon etwas früher dort. Auf dem Weg zum Boot traf ich das erste Mal auf Jessica Watson! Sie war umgeben von einem Fernsehteam, also konnte ich nicht mit ihr reden. Meine Crew kam pünktlich zum Boot, wir bereiteten die Segel vor und besprachen die Segelkurse. Danach ging es aufs Wasser zum „Warmsegeln“! Insgesamt gingen 120 Boote an den Start. 12 Boote waren in unserer Klasse. Wir warteten bis unser Startsignal kam und dann wurde es ein bisschen hektisch. 5 min. bis zum Start….die Segel wurden getrimmt und es ging Richtung Startlinie. 1 min. bis zum Start…an der Linie wimmelte es von Booten, man musste die Vorfahrtsregeln beachten und es wurde immer hektischer. 10 Sekunden bis zum Start…Segel dichtholen, Fahrt aufnehmen und los! TUUUUUUT….das war das Startsignal…das Rennen hatte begonnen. Der Kurs für den ersten Tag war: Kreuzen bis zur ersten Boje, dann mit Raumwindkurs zur „Double Cone Islands“, um die Inseln herum und auf der Kreuz wieder zurück in die Ziellinie. 19 Seemeilen waren zu Segeln, 4 Stunden später waren wir als 3. im Ziel. Wir waren mehr als zufrieden! Und ich war super glücklich!! Mit Andy war ich danach noch im Segelclub, um ein Bierchen mit den anderen Seglern zu trinken. Wir redeten im typischen „Seglertalk“ über die Regatta! Ich sagte „Mensch Jungs, was war denn los bei euch?? Ihr wart so langsam, dass ich euch schon nach einem Kaffee fragen wollte, als ich euch überholt habe!“ Und so ging das dann den ganzen Abend! 🙂
Samstag der 11.08.12/ Tag 2:
Wieder traf ich mich um 9.30 Uhr mit meiner Crew am Boot. Wir bereiteten alles vor, besprachen wieder unsere Taktik und gingen aufs Wasser. Wir segelten uns warm und warteten wieder auf unser Startsignal. Diese Minuten vor dem Start sind die interessantesten, denn man kann 120 Boote beobachten und alles ist sehr hektisch auf dem Wasser. Dann kam unser 5 min. Signal, 1 min. und schliesslich unser Start. Wir kamen leider nicht so gut über die Startlinie wie am Vortag, deshalb mussten wir wieder ein paar Plätze aufholen. Das schafften wir auch und wir gingen wieder als 3. durchs Ziel! Lieder fielen wir (nach Abzug des Korrekturfaktors) auf Platz 6! Wir waren etwas enttäuscht, aber wir sagten uns „Die Hauptsache ist, dass wir Spass hatten! Und davon hatten wir eine Menge!!“ Der Kurs war für diesen Tag: Kreuzen zur ersten Boje, dann mit Halbwind zu den Inseln „North & South Morle Islands“, um die Inseln herum und wieder zurück, um die letzte Boje und kreuzen zur Ziellinie. Es waren 22 Seemeilen zu Segeln. Das Wetter war wie am Vortag hervoragend!! Sonnenschein, blauer Himmel und Wind zwischen 15-20 Knoten. Perfekt! Nach dem Rennen ging es zurück in den Hafen und ich habe den restlichen Abend relaxt.
Sonntag der 12.08.12/ Tag 3:
Müde, ein bisschen erschöpft und mit Muskelkater wachte ich an diesem Morgen auf. Ich lief zum Hafen und traf mich wieder mit der Crew. Wir besprachen die Taktik für den Tag und entschieden uns das größere Vorsegel zu nehmen, weil weniger Wind angesagt war. Wir bereiteten also alles vor und gingen aufs Wasser. Nach dem Einsegeln warteten wir wieder auf unseren Start. Dieser war an diesem Tag wieder richtig gut! Wir segelten unseren Kurs: Um die erste Boje, Raumwindkurs zu den „Armit Islands“, um die Inseln herum und auf der Kreuz zurück zur dritten Boje und schliesslich ins Ziel. Wir hatten zunächst 10 Knoten Wind und das war perfekt für unser Vorsegel. Wir hatten viel Spass und sahen sogar Schildkroeten und Delfine! Das Segelgebiet in den Whitsundays ist einfach traumhaft!! Leider nahm der Wind zu (20 Knoten) und das war gar nicht gut für uns. Es klappte zwischendurch nicht so gut und wir alle schimpften ein bisschen mit uns, aber schliesslich hatten wir doch einen Menge Spass!! Wir sind wieder als 3. durchs Ziel und nach Abzug unseres Korrekturfaktors waren wir nur noch 7.! Wir waren einerseits enttäuscht, aber andererseits auch super glücklich, denn wir haben immer eine Mege Spass auf dem Boot und Lachen sehr viel! (Watch your Head Kathy….yes, of course….BAMMM…autsch…haha…laughing!) 🙂 Nach dem Rennen sind wir zurück in den Hafen und schließlich in den Segelclub. Wir haben noch auf unseren „Erfolg“ und die gute Teamarbeit angestoßen, getanzt und uns mit den anderen Seglern unterhalten.
Montag der 13.08.12/ Tag 4:
Montag war Ruhetag! Es fand kein Rennen statt und alle Segler konnten länger schlafen, sich ausruhen und sich von der Party am Vorabend erholen. Auch ich schlief länger und danach ging ich mit Andy ein bisschen durch den Ort. Ich plante außerdem meine Weiterreise. Nachmittags fand wieder das Segeltraining für behinderte Kinder (Sailability) statt. Nur diemal mit dem Ehrengast: Jessica Watson. Sie war umgeben von vielen Leuten und Fans und als sie kurz mal „alleine“ war habe ich die Chance ergriffen und mir ihr geredet. Ich erzählte ihr, dass ich aus Deutschland komme, auch Segler bin und ihr Buch mich in meinem Vorhaben „Weltreise“ ermutigt hat. Ich bekam ein Foto mit ihr und ein Autogramm. Ich war so aufgeregt, dass ich gezittert habe. Die Presse war natürlich vor Ort und sie schnappten das Gespräch zwischen Jessica und mir auf. Resultat: Sie waren beeindruckt von meiner „Weltreisegeschichte“ und ich musste gleich noch ein Interview geben. Der Artikel kommt am Donnerstag in die australische Zeitung. Ich kann das alles noch gar nicht fassen! Ich bin der glücklichste Mensch auf der Welt! Nach dem „Meet and Greet“ gab Jessica noch eine Segelstunde auf dem Wasser. Ich war/bin beeindruckt von ihr!! Am Abend habe ich noch fuer Andy und mich gekocht und wir haben uns einen gemütlichen Abend gemacht!
Dienstag 14.08.12/ Tag 5:
Um 9.30 Uhr habe ich mich wieder mit meiner Crew getroffen. Der letzte Race-Tag hatte für mich angefangen. Wir besprachen unsere Taktik und bereiteten das Segel vor. Wir entschieden uns für das kleinste Vorsegel, weil sehr viel Wind angesagt war. Wir segelten uns warm und warteten auf den Start. Der Wind ließ leider nach und so entschieden wir uns, dass mittlere Vorsegel zu nehmen…also bei Welle aufs Vorschiff, kleines Segel runter und großes Segel hoch. 10 Minuten später war alles erledigt. Dann nahm der Wind aber wieder zu (und das nicht wenig!). Wir hatten 20-25 Knoten Wind, also entschieden wir uns, wieder das kleine Segel zu nehmen. Also wieder aufs Vorschiff, großes Segel runter und kleines Segel rauf. Die Zeit rannte uns davon und wir kamen gerade pünklich an die Startlinie. Der Start war gut und wir segelten unseren Kurs: zur ersten Boje kreuzen, dann kreuzen bis zu den „White-Rocks“, um die Rocks herum und mit Halbwindkurs zu den „Daydream-Islands“, um die Inseln herum und mit Vorwindkurs zur letzten Boje und auf der Kreuz ins Ziel. 20 Seemeilen waren zu segeln und das bei Starkwind. Wir refften das Großsegel und kreuzten wie verrückt. Ich wurde ziemlich nass, weil die Wellen „über“ kamen. Es war eine Menge Arbeit, sehr kraftzerrend, aber wir hatten wieder viel Spaß! Wir sahen sogar ein paar Wale!! Wieder als 3., sind wir durch durch die Ziellinie. Unsere Endplatzierung (nach Abzug des Korrekturfaktors) war Platz 5! Das wars also fuer mich mit der Race Week…ich hatte sehr viel Freude daran! Als Erinnerung bleiben mir (fuer die naechsten Tage) die ueblichen blauen Flecken, Kratzer, Schnitte und kleinere Wunden! 🙂
Das Race geht noch zwei weitere Tage, aber ich muss leider abreisen. Zur Siegerehrung bin ich also nicht da.
Nach der Regatte packte ich meinen Rucksack und machte mich zur Abreise bereit. Der letzte Abend in Airlie Beach hat jetzt angefangen! Heute Nacht werde ich um 2.25 Uhr den Nachtbus nach Cairns nehmen und morgen Mittag um 13 Uhr dort ankommen. Dann muss ich sofort den Bus zum Flughafen nehmen, damit ich um 15 Uhr rechtzeitig zum Check-in dort bin. Ich fliege ueber Brisbane nach Nadi (Fiji) und werde dort (hoffentlich planmäßig) um 5.30 Uhr am Donnerstagmorgen landen.
Ich melde mich wieder, sobald ich Internet habe.
Hier ist aber erst mal mein Fazit von Australien:
Tja wo soll ich da nur anfangen? Australien hat mich einfach vom Hocker gehauen! 🙂 Ich hatte eine ganz wunderbare Zeit hier, die ich niemals vergessen werde!
Die Landschaft an der Ostküste ist sehr vielfältig und schön. Mir hat es wirklich gut gefallen! Nach Neuseeland war ich aber nur noch „wenig zu begeistern“, muss ich gestehen…! Neuseeland ist landschaftlich immer noch „Top 1“ und es ist ein bisschen schade, dass ich Australien erst danach besucht habe. Australien (East Coast) ist wirklich (wirklich!) schön!!! Ich habe viele Leute getroffen, die absolut begeistert waren und ich wäre es sicherlich auch gewesen, wenn ich nicht zuvor in Neuseeland gewesen wäre…. Also lasst euch nicht abhalten nach Australien zu gehen! 🙂 Hier gibt es viele unterschiedliche Strandlandschaften, Regenwälder und letztendlich das Great Barrier Reef! Und das ist absolut umwerfend!!
Die Menschen hier ins Australien, auch genannt „Aussies“, sind einfach super nett, hilfsbereit, lustig, positiv eingestellt und vor allem Lebensfroh!!! Ich habe viele echte „Aussies“ getroffen und war so begeistert von der Lebenseinstellung hier! (Vergleichbar mit Kiwis in Neuseeland!) Die Einstellung hier ist so unterschiedlich zu Deutschland. Als Beispiel: In Deutschland ist man jeden Tag pünktlich um 8 Uhr im Büro. Hier in Australien kommen die Leute auch mal erst um 10 Uhr, wenn die Wellen besonders gut waren und sie am Morgen surfen konnten. Der Chef sagt dagegen gar nichts…ehr im Gegenteil…er war wahrscheinlich selbst surfen! „No worries Mate“ (kein Problem) heißt es dann den ganzen Tag! 😉 Ich konnte gerade deshalb meinen Aufenthalt so genießen, weil ich immer freundlich aufgenommen wurde. Ich wurde auch immer unterstützt…beim Segeln und bei der Aufgabe eine Crew zu finden, oder bei der Suche von Mitfahrgelegenheiten und Unterkünften. Wenn „Aussies“ irgendwie helfen können, dann tun sie das auch! Ich habe sehr viel den Menschen hier zu verdanken! „No worries“ und „fair enough“ sind meine Wörter, die ich mit nach Hause nehmen werde.
„Couchsurfing“ …einfach geil!!! Ich habe so gute Erfahrungen gemacht!! Ich habe 30 Nächte bei Couchsurfern verbracht und damit sehr viel Geld gespart (pro Nacht 25 Dollar…ihr könnt es auch ausrechnen!) Aber das ist eigentlich nur Nebensache beim Couchsurfen. Das Beste und der Hauptbeweggrund zum Couchsurfen ist, dass man viele nette, unterschiedliche und super interessante Menschen trifft. Man kommt mit den Einheimischen in Kontakt und lebt bei ihnen. Man ist plötzlich nicht mehr ein „einfacher Backpacker Tourist“, sondern man gehört dazu. Ich wurde immer sehr freundlich aufgenommen und ich durfte das Haus oder die Wohnung immer mitbenutzen, als würde ich dort wohnen. In den meisten Fällen hatte ich sogar mein eigenes Zimmer mit großem Bett! Ich bekam einen eigenen Schlüssel und somit das vollste Vertrauen der Leute. Sie haben mir viele „Insider Tipps“ gegeben, die eben nur die Einheimischen kennen. Und sie haben für mich gekocht, mit mir Tagesausflüge gemacht, ich durfte das Auto mitbenutzen. Am aller wichtigsten aber: Durch das Couchsurfern bin ich an die Race Week gekommen!!! Ich bin absolut begeistert vom Couchsurfen und ich möchte auf jeden Fall damit weiter machen. Ich hoffe, dass ich all das, was ich „bekommen“ habe, irgendwann wieder zurück geben kann…denn so funktioniert couchsurfing! Sobald ich meine eigene Couch (Wohnung) habe, wird sie „der Welt“ zu Verfügung stehen! DANKE / THANK YOU an Mark in Sydney, Steven in Brisbane, Justin in Noosa, Joseph in Airlie Beach, Ken in Airlie Beach, Cud & Jim in Townsvill, und ein besonders großes DANKESCHÖN/ THANK YOU VERY MUCH FOR EVERYTHING: Andy in Airlie Beach!
OZ Experience ist eine wunderbare Alternative zum Greyhound Bus! Ich kann jedem empfehlen, den OZ Bus zu nehmen…man hat unheimlich viel Spaß, erlebt viel auf dem Weg und die Busfahrer sind einfach richtig „Aussie“! Ich bin ca. 5500 Kilometer an der Ostküste hoch- und runter gefahren….mir kam es aber gar nicht lange vor!
Das Segeln in Australien war mein absolutes Highlight! Ich kam in „Airlie Beach“ an und fühlte mich wie zu Hause. Ich bin das erste Mal auf meiner Reise irgendwo „angekommen“!! Die Stadt ist wie für mich gemacht und wenn ich könnte, wäre ich noch länger geblieben. Ich gehörte dort einfach hin und sogar die Menschen haben gedacht, dass ich von dort komme. Ich wurde nicht nur einmal gefragt, aus welcher Ecke Australiens ich denn komme?!?! (Sehe ich denn schon so australisch aus?? Und rede ich schon so gut Englisch, dass man meine Herkunft nicht mehr hört?!…anscheinend JA! 😉 )
Zusammenfassend kann ich nur sagen: Australien war bisher mein absolutes Highlight auf meiner Reise und ich werde diese wunderbare Zeit nie vergessen! Ich will eigentlich gar nicht mehr weg von hier, aber meine Reise muss weiter gehen…
Ich werde aber definitiv zurück kommen! Versprochen!
Wie sagt man hier so schön…. „Say never Goodbye. Say Hello again!!“
Hello -and see you soon Australia!
Ich melde mich bald wieder,
eure Christiane

























Ich freu mich so für dich! Anna-Lena 🙂
YES!!!
Ich kann Dir ja sooooo zustimmen und nachempfinden!
Ein saugeiles Fazit!
Und jetzt wünsche ich Dir eine traumhafte Zeit auf Fidji!
Schmatza,
Peter,.