Eine verrückte Segelwoche (in Airlie Beach)
29 07 2012Hallo meine Lieben,
nun war ich also eine ganze Woche lang an einem Ort….das ist schon sehr ungewöhnlich für meine Weltreise. Trotzdem war es ganz und gar nicht langweilig und ich kann euch viel erzählen.
Am Montag bin ich früh aufgestanden, denn ich hatte eine Menge zu tun. Ich musste endlich mal wieder meine Wäsche waschen, meinen Blog schreiben, Emails beantworten, Vorräte einkaufen und so weiter. Gegen Nachmittag war ich damit fertig und dachte mir, dass ich den nächsten Couchsurfer (wegen dem Segeln) ja mal kontaktieren könnte. Ich hab ihn also angerufen und er meinte „Ach ich bin grad in deiner Nähe, warte mal…“! Zwei Minuten später stand er neben mir. Ich kam mit zu ihm nach Hause und ich sah sofort, dass ich in der Wohnung von einem echten Segler gelandet bin. Überall waren Bilder und Poster an der Wand und er hatte auch ein altes Segel an der Decke hängen. Wir unterhielten uns ewig und es stellte sich heraus, dass ich nun einen sehr wichtigen Kontakt geknüpft hatte. Andy segelt nämlich die wichtigste und größte Regatta (hier in Airlie Beach) mit, die „Airlie Beach Race Week“. Wow!
http://www.airliebeachraceweek.com.au/
Für Mittwoch verabredeten wir uns zum Segeln, denn er wollte meine Fähigkeiten testen und mich für eine Frauencrew vorschlagen. Mit ihm und einer anderen Couchsurferin bin ich noch zu einem „Lookout“ gelaufen und wir haben uns „Airlie Beach“ von oben angesehen. Unterwegs begegnete uns eine der giftigsten Schlangen von Australien. Ich war ziemlich beeindruckt. Am Abend fuhr ich zu Ken (Couchsurfer) zurück und zusammen mit den anderen deutschen Mädels und seiner Familie haben wir ein BBQ gemacht. Nach dem Abendessen hatten wir noch einen gemütlichen Abend!
Am nächsten Morgen machte ich noch einen Spaziergang zu dem „Privatstrand“ von Ken und seiner Familie, bevor ich meinen Backpack gepackt habe und zu Andy gefahren bin. Ich wechselte also den Couchsurfer, weil ich sowieso mit Andy am Mittwoch segeln gehen wollte. Wir verbrachten den ganzen Tag mit „Segelthemen“ wie Knoten lernen, Segelvideos schauen und so weiter. Ich war bei einem richtigen Segelfreak gelandet (und er merkte schnell, dass ich genauso bin!) und fühlte mich sofort wohl. Laura und Vanessa, (zwei andere Couchsurfer bei ihm) Andy und ich verbrachten einen lustigen Abend mit ein paar Gesellschaftsspielen.
Am Mittwochmorgen weckte mich Andy sehr früh! „I got a call and I need your help”!! Ok….”What happened”?? Er erklärte mir, dass er einen guten Freund auf „Magnetic Island“ hat, der sein Boot nach „Airlie Beach“ segeln muss, damit es rechtzeitig zum „Race“ hier ist. Ok…und was hab ich damit zu tun? Andy erklärte mir, dass er leider keine Zeit hat um mit seinem Freund das Boot nach „Airlie Beach“ zu segeln und bat mich, seinem Freund zu helfen. Ich sollte also nach „Townsvill“ fahren, die Fähre nach „Magnetic Island“ nehmen und mit einem wildfremden Mann, ein wildfremdes Boot nach „Airlie Beach“ segeln. Ok! „Aber dann verpasse ich doch das Segeltraining für die Frauencrew für das Race“, sagte ich. „Glaub mir….die Chance, die du jetzt hast, ist noch viel besser“, gab er mir zur Antwort! Ich konnte gar nicht lange überlegen, denn der Bus fuhr schon eine halbe Stunde später. Ich packte also meine Sachen, die ich zum Segeln brauchte, lies alles Andere bei Andy zurück und machte mich auf dem Weg zu einem wildfremden Mann. (Sagt nicht, dass das leichtsinnig ist…ich hatte ein wirklich gutes Gefühl dabei!!) Vanessa und Laura begleiteten mich und somit waren wir drei Mädels auf dem Weg nach „Magnetic Island“. Am Nachmittag erreichten wir „Townsvill“ und wir saßen gerade im Wartebereich von der Fähre, da stand Andy plötzlich hinter uns. „Was machst du denn jetzt hier“, fragten wir ihn. „Ok Mädels, ich musste doch kommen, denn ich bekam einen zweiten Anruf, dass heute auch noch ein „Race“ ist, bevor wir das Boot nach „Airlie Beach“ segeln. Oh mein Gott….es wurde also immer spannender!! Alle zusammen machten wir uns also auf den Weg nach „Magnetic Island“, trafen uns mit seinem Freund Rupred und segelten die „Twilight-Regatta“. Eine „Twilight-Regatta“ beginnt mit dem Sonnenuntergang und ist daher im Dunkeln. Ich stand am Steuerrad und war so aufgeregt, dass ich am ganzen Körper gezittert habe. Überall kamen grüne und rote Lichter (grün ist Steuerbord und rot ist Backbord) auf einen zu und ich musste gut aufpassen, um zu wissen, wann ich ausweichen muss. Es war echt dunkel und ich hatte Angst, dass ich ein Boot übersehe und ramme. Ist aber nichts passiert und es hat echt gut geklappt. 🙂 Nach dem Race haben wir uns noch mit den anderen Seglern im Yacht Club ausgetauscht, bevor wir in unsere Kojen gekrochen sind, um ein paar Stunden zu schlafen.
Um 6 Uhr morgens liefen wir aus dem Hafen aus und machten uns auf den Weg nach „Airlie Beach“. 130 Seemeilen (also min. 22 Stunden) lagen vor uns. Wir segelten in den Sonnenaufgang hinein und danach sahen wir einige Wale. Es war ein richtig schöner Segeltag und zum Mittagessen gab es ein BBQ! (Ja, beim Segeln und auf dem Boot!) Wir hatten einen wunderschönen Sonnenuntergang und in der Nacht sahen wir wahnsinnig viele Sterne! Und Sternschnuppen! Man braucht schon ganz schön viele Wünsche in einer Nacht wie dieser….ich hab mindestens 15 Sternschnuppen gesehen!! (Ich musste aber feststellen, dass ich gar keine Wünsche für mich habe…ich bin wunschlos glücklich!! Aber ich habe mir eine Menge für euch gewünscht! :)) In der Segelnacht bekam ich nur wenig Schlaf, denn ich hatte eine lange Zeit „Nachtwache“ und segelte das Boot mit dem Skipper Rupred zusammen. Dabei hatten wir die Gelegenheit uns zu unterhalten und ich wusste sehr schnell, warum Andy wollte, dass ich dieses Boot nach „Airlie Beach“ segle. Rupred startet nämlich auch an der „Airlie Beach Race Week“ und er hat eine „Berühmtheit“ in seiner Crew. Andy wollte also, dass ich diesen wichtigen Kontakt knüpfe! Jessica Watson wird mit ihm die Regatta starten und sie suchen noch jemanden für die Crew!!!!! Wer Jessica Watson ist?? Jessica segelte mit 16 Jahren alleine um die Welt und ist damit die jüngste Weltumseglerin! Sie ist ein „Idol“ für mich und nun werde ich die Möglichkeit haben sie kennenzulernen! Wow! Ich konnte es nicht fassen! (Ich kann es immer noch nicht fassen!!!)
http://www.jessicawatson.com.au/
Um 4 Uhr morgens (22 Stunden später) erreichten wir „Airlie Beach“. Ich nahm allen Mut zusammen und fragte Rupred, ob er mich für seine Crew haben möchte und sagte ihm, dass ich sehr gerne mit ihm das Race starten möchte. Er sagte nicht JA und nicht NEIN…er müsste das erst mit seiner Crew klären. Ich muss also noch abwarten. So oder so werde ich eine Crew haben (meint Andy) und so oder so werde ich Jessica Watson sehen (meint Andy)…aber ich hoffe soooooo sehr, dass ich in Jessica´s Crew bin! Also drückt mir bitte die Daumen! Ein Traum würde wahr werden!! Letztes Jahr habe ich noch ihr Buch gelesen und dieses Jahr segle ich mit ihr?!!? Oh man…das ist zu viel für mich! 🙂
Nach einer heißen Dusche habe ich mich um 6 Uhr morgens endlich ins Bett gelegt. Wir alle haben sehr lange geschlafen und den Freitag nur genutzt, um zu relaxen. Wir kochten alle zusammen und verbrachten einen gemütlichen Abend bei Andy zu Hause. Ich plante meine gesamte Reise (Australien) um, denn ich wollte auf jeden Fall beim Race dabei sein. Ich werde noch eine Woche länger hier in „Airlie Beach“ bleiben, bevor ich am Donnerstag mit meinen Trip weiter mache und bis Cairns gehe. Vom 9.8.-14.8. komme ich noch mal zu „Airlie Beach“ zurück, um das Race zu segeln. Ich muss das einfach machen, auch wenn dadurch die anderen Orte zu kurz kommen. Aber so eine Chance werde ich schließlich so schnell nicht wieder haben! 🙂
Am Samstag bekam ich das offizielle T-Shirt zur Regatta und mein Crew-T-Shirt von Andy. Er schenkte es mir schon jetzt, um mich noch mehr anzuspornen! (Wäre gar nicht nötig….bin so schon Feuer und Flamme!) Danach machten Vanessa, Andy und ich noch einen langen Spaziergang in Airlie Beach und wir waren ein bisschen shoppen, um passende Segelschuhe für mich zu finden. Wir hatten eine Menge Spaß beim „shoppen“! 🙂 Am Abend waren wir bei Andys Freund (Mark) zum BBQ eingeladen. Wir spielten Jenga (mit verschärften Regeln) und relaxten im Pool und im Hot Spa von Mark. Es war ein richtig schöner Abend und wir sind erst spät ins Bett gefallen.
Heute Morgen haben wir alle etwas länger geschlafen. Danach hat mir Andy ein bisschen Unterricht im „Diving“ (Tauchen) gegeben, denn ich möchte ja bald im Great Barrier Reef tauchen gehen. Vielleicht gehen wir später noch auf ein Boot und segeln ein bisschen…aber das wird sich zeigen! 🙂
Ich melde mich bald wieder,
bis bald
Drückt mir die Daumen, dass ich in der Crew von Jessica bin!
eure Christiane






























ohhh mein Gott…….ich hab gerade keine Worte für all das …..geht gar nicht,der absolute Wahnsinn !!
Fühl dich gaaanz sehr geknuddelt 🙂
*sometimes dreams become true *
ich schließ mich einfach nur Peter an 🙂 und ich freu mich so wahnsinnig für dich!!! Dicken Kuss von deiner Chris
Oh, mein Kommentar ist nicht richtig angekommen, wahrscheinlich sind spitze Klammern im Kommentarfeld nicht gestattet. 🙁
Also, hier nochmal die ursprüngliche Mail in Transkription:
[drück] [drück] [drück] [drück] [drück] [drück] [drück] [drück] [drück] [drück] [drück] [drück] [drück] [drück] [drück] [drück] [drück] [drück] [drück] [drück] [drück] [drück] [drück] [drück] [drück] [drück] [drück] [drück] [drück] [drück] [drück] [drück] [drück] [drück] [drück] [drück] [drück] [drück] [drück]
Schmatza!!!!!
Schmatza!!!
ich drücke dir meine Daumen und die von allen Leuten, die ich kenne gleich mit 😉
„WOW“ ….mehr gibts eigentlich nicht zu sagen!
Und wie ich Dir die Daumen drücke!!!
Wir alle gönnen Dir diese tolle Erfahrung!
Genieße jeden Augenblick!
Denke ganz viel an Dich! Viel Glück!
Dicker Drücker, Deine Stephi!
Schade, dass es „Mr. Spok“ nur im Fernsehen gibt. Sonst müsste der mich gerade schnell mal zu dir zum Segeln beamen. Bei dem Race wäre ich auch gerne dabei. 🙂 Ich fiebere mit dir und drücke dir ganz fest die Daumen.
Allerdings weiss ich jetzt schon, dass du auf dem Boot von Jessica sein wirst. Nenne es einfach Mutterinstinkt. LG Mum