Stars und Sternchen, Las Vegas, Zion und Grand Canyon!
24 09 2012Hallo meine lieben Daheimgebliebenen,
ich habe meinen Kulturschock „Amerika“ überwunden und bin nun voll und ganz (auch mental) in den USA angekommen. Die Zeit vergeht wahnsinnig schnell, weil ich jeden Tag so viele unterschiedliche Dinge erlebe und an verschiedenen Orten bin. Hier ist eine kleine Zusammenfassung meiner ersten Woche:
Am Dienstag ging es schon früh morgens los. Ich machte mich mit meinen Backpacks auf den Weg zum Startpunkt meiner Amerikatour. Unterwegs haben mich ganz viele Leute angegafft, denn in L.A. sind Backpacker mit Wanderschuhen und Outdoorhosen ehr eine Seltenheit. Los Angeles ist die Stadt der Stars und Sternchen…es ist Hollywood!!! Ich war pünktlich am vereinbarten Treffpunkt und lernte auch gleich meine Reisebegleiter kennen. Ich bin in einer netten Gruppe von 11 Leuten: eine amerikanische Tourleiterin namens Whitney, sechs Engländer, drei aus Korea und ich als einzige Deutsche! Alle sind super lieb und es hat von Anfang an gut gepasst! Perfekt für unsere 21-Tages-Tour durch Amerika! Nach dem ganzen organisatorischen Kram ging es auch endlich los! Wir haben uns Los Angeles angesehen, waren in Beverly Hills und in Hollywood! Dort trifft man auf ganz viele „Stars“ wie Spiderman, Shrek und Jonny Depp als Pirat. Die Straßen sind voll, überall hängen große bunte Werbeplakate und es geht hier nur um eins: sehen und gesehen werden! Ich habe den Ausflug nach Hollywood sehr genossen, war aber auch froh, als es dann weiter ging. Unsere Ziel: Las Vegas!! Wir fuhren 500km durch „Nichts“, denn dort ist echt nur Wüste!! Mitten in der Wüste taucht dann plötzlich eine bunte, verrückte Stadt namens „Las Vegas“ auf!! „Welcome to Las Vegas, Baby!! What happened in Las Vegas… stays in Las Vegas!!” Wir wurden begrüßt und checkten in unser Resort ein. Jeweils zu zweit teilten wir uns ein Zimmer, oder besser gesagt eine kleine Suite. Eine Nacht kostet hier 750 Dollar…wir bekamen sie für 25 Dollar!! Wow…so viel Luxus kenne ich gar nicht mehr! Ich duschte lange und ausgiebig in unserer Massagedusche, zog mir ein Kleid an und machte mich fertig zum Ausgehen! Nach dem Abendessen wartete unsere Partylimosine auf uns und wir wurden quer durch Las Vegas gefahren. Las Vegas ist der Hammer!! Alles ist knallbunt erleuchtet und strahlt! Es ist wie ein Kinderspieleparadies….nur eben für Erwachsene!! „Die kleine Christiane möchte bitte an der Hüpfburg abgeholt werden“, gibt es hier nicht! Wenn man in Amerika über 21 Jahre ist, dann darf man alles machen, alles spielen und alles trinken. Die Stadt hatte mich in ihrem Bann und wir sind über den „Strip“ gelaufen , haben uns die berühmten Shows angeguckt und sind in die Casinos gegangen! JA, ich habe mich ausgetobt!! Aber keine Angst…ich habe kein Tattoo und ich bin auch nicht verheiratet!! (Das hätte nur 34 Dollar gekostet, aber die Scheidung war mir mit 340 Dollar zu teuer!!) Man sieht überall Elvis oder Michael Jacksons und es ist einfach nur verrückt! Irgendwann bin ich mit dem Taxi zurück ins Hotel gefahren und in einen tiefen Schlaf (Koma!) gefallen.
Am nächsten Morgen (eigentlich schon Mittag!) konnte ich nur mit Sonnenbrille durch meine Augen gucken. Wow….Las Vegas mit Hangover also! Ist ja fast wie im Film! 😛 Ich kam nur langsam in die Gänge, aber den Anderen ging es genauso! Wir machten uns langsam auf dem Weg in die Stadt! An Frühstück wollte ich eigentlich gar nicht denken, aber ich musste ja irgendwas essen. Einen „Bagel“ später ging es mir auch tatsächlich besser! Die Sonne knallte schon wieder mit ihren 37°C auf uns ein und ich entschied mich (wegen meiner Kopfschmerzen!) wieder zurück zum Hotel zu gehen und den Tag am Pool zu verbringen!! Las Vegas ist bei Tageslicht nämlich ziemlich uninteressant! Nach einer Runde im Pool und einer Massagedusche später war ich auch tatsächlich wieder fit und machte mich mit den anderen auf den Weg zum „Strip“. Wir schauten uns andere Shows (die Piratenshow und die Vulkanshow war der Hammer…danke für den Tipp!!) an und ließen Las Vegas noch mal so richtig auf uns wirken!! Ich bin nicht ganz so spät zurück ins Hotel und habe mich schlafen gelegt.
Am Freitagmorgen machten wir uns früh auf den Weg zum „Zion-Nationalpark“. Jetzt ist die Hotelzeit vorbei…jetzt wird gecampt!! Wir erledigten unseren Lebensmitteleinkauf auf dem Weg und schließlich waren wir 4 Stunden später (und eine Zeitzone weiter!) endlich im Zion-Nationalpark!! Wir machten unsere Mittagspause und bauten unsere Zelte auf! Wow…ich war schockiert, wie viele junge Erwachsene (fast alle!) keine Ahnung vom Zelten haben!! Sie wussten nicht, wie man ein Zelt aufbaut und schon gar nicht, wie „einfach“ das Campingleben ist…also das man kein Licht hat und nur 6-Minuten-Duschen! Ein Mädchen fragte mich doch tatsächlich (im vollen Ernst!!), wie man mit nur 6 Minuten duschen kann? HALLO?? Im Ernst?? Nach diesem „Schock“ ging es aber auch endlich in den Nationalpark! Und das war super super schön! Ich war beeindruckt von den riesigen roten Felsen um mich herum! Wir sind einen wunderbaren „Track“ gelaufen, der uns mitten durch einen Bergfluss geführt hat! Das Wasser war eiskalt und mit einem “Kneip-Tretbad“ zu vergleichen! Aber das soll ja gesund sein! 😉 Ich habe den Wanderweg sehr genossen und wir waren erst zum späten Abendessen (schon nach Sonnenuntergang) zurück! Gegen 22 Uhr waren wir endlich fertig (ich hatte Spüldienst!) und nach meiner 6-Minuten-Dusche, fiel ich auch endlich auf meine Isomatte. Ich kuschelte mich in meinen Schlafsack (danke Stephanus…der ist super!!) und schlief gleich ein.
Um 5.30 Uhr klingelte schon der Wecker! Oder besser gesagt um 6.30 Uhr, denn ich hatte vergessen die Uhr umzustellen! Mist…ich hatte eine Stunde verschlafen! So hatte ich nur 10 Minuten um mich anzuziehen, zu frühstücken und mich für die Wanderung fertig zu machen! Es war immer noch dunkel, aber nach diesem Stress war ich wenigstens hellwach. Wir fuhren mit dem Zion-Shuttel durch den Nationalpark, um an unseren Ausgangspunkt zu kommen. Es stand die „Angels Landing Wanderung“ an. Nur 10 km, aber steil auf und mit klettern und anderen kleinen (großen!) Herausforderungen! „Angels Landing“ heißt so, weil der Aussichtpunkt so hoch liegt (2500 Meter) und er so schwierig zu erreichen ist, dass angeblich nur Engel hier landen können….so die Geschichte. Ich wanderte also mutig mit allen Anderen los und schon nach 2 km drehte die Hälfte um! „Ich kann nicht mehr…das ist viel zu anstrengend!“, hieß es und sie drehten alle nach der Reihe um und liefen wieder nach unten. Ich bin weiter und immer weiter….und dann waren wir nur noch zu zweit! Es war wirklich steil, aber das schlimmste kam erst noch: wir mussten in 2000 Meter Höhe klettern und das auf einem 0.5 Meter breitem Weg! Nach unten gucken hat man lieber sein lassen, denn es war einfach zu angsteinflößend!! 6 Menschen sind auf diesem Weg schon gestorben, denn wenn man fällt oder ausrutscht….dann fällt man 2000 Meter! Ich hatte Angst! Das erste Mal auf meiner Reise kam ich so richtig an meine Grenzen!!! Ich habe sehr viel über mich gelernt (in den letzten 7 Monaten)…aber was mir absolut neu war ist, wie sehr ich doch Höhenangst habe!!! Ich stand also an einem Abgrund von 2000 Meter und es ging gar nichts mehr…nicht vor und nicht zurück! Ich stand wie angewurzelt da und mir war schlecht! Ich wollte nicht mehr weiter! Ja, ich hatte Panik!!! Mein Wanderpartner Oliver (man darf diesen Track nicht alleine laufen!) hat mich immer wieder ermutigt und sogar meine Tasche getragen! Aber auch das hatte mir in diesem Moment nicht viel geholfen! Ich atmete mehrmals tief ein und aus und wieder tief ein und aus. Ich war den Tränen nahe und ich zitterte! Nach 2 Minuten konnte ich wieder logisch denken und ich kam zu folgendem Schluss: ich habe zwei Optionen: 1. Ich kann stehen bleiben und nach ein paar Tagen erfrieren oder verdursten und sterben….oder 2. Ich kann weiter gehen und nur evtl. stolpern und sterben. Ich entschied, dass die zweite Variante immer noch die Bessere war. Ich ging weiter. Nach 2,5 Stunden Anstieg hatte ich es geschafft! Ich stand auf „Angels Landing“…..und somit bin ich ein Engel!! Ich war so stolz auf mich, dass ich das gemeistert hatte! Der Weg nach unten war noch mal doppelt so schlimm, aber auch das habe ich überlebt! Ich hatte den ganzen Tag Adrenalin im Blut….und das mehr, als nach meinem Fallschirmsprung! Man bin ich stolz auf mich!! Ich hatte seit langen kein solchen einprägendes Erlebnis mehr! Es scheint, als hätte Amerika doch noch ganz schön viel zu bieten! Gegen Mittag waren wir zurück auf dem Campingplatz, packten alles zusammen und fuhren weiter nach „Lake Powell“! Dort verbrachten wir nur eine Nacht auf einer Cowboy-Range und wir hatten eine lustige Kostümparty, bevor wir in unsere Schlafsäcke gekrochen sind!
Am Sonntagmorgen mussten wir unsere Zelte wieder abbauen und es ging weiter zum Grand Canyon Nationalpark!! Unterwegs haben wir noch einen Blick auf den „Lake Powell Staudamm“ geworfen und einen Halt am „Glen Canyon Aussichtspunkt“ gemacht. Am „Glen Canyon“ fließt der „Colorado River“ und man sieht die Schluchten und den Fluss von einem hohen Aussichtspunkt! Das sieht soooo geil aus! Leider können alle meine Bilder nicht das wiedergeben, was es wirklich ist….umwerfend!!! Nach der kleinen Wanderung sind wir dann endlich am späten Nachmittag im „Grand Canyon Nationalpark“ angekommen! Unsere liebe Whitey (Guide!) hat uns mit verbundenen Augen zu einem Aussichtspunkt geführt, denn unser erster Blick sollte fantastisch werden. Blind sind wir also durch die Gegend gelaufen, schließlich stehen geblieben und dann….3…2…1…Augen auf! WOW!! Geil! Amerika bringt mich jeden Tag wieder zum Staunen!! Einfach Hammer! Wir machten ein paar erste Bilder von dem Canyon und sind dann schließlich zu unserem Campingplatz gefahren. Wir bauten unsere Zelte auf, kochten und putzen das Auto (ich hatte Putzdienst!). Der Abend war kurz, denn wir gingen früh schlafen. Wir wollten am nächsten Tag nämlich früh aufstehen und den Sonnenaufgang im Canyon sehen!
Um 4.30 Uhr klingelte der Wecker, aber man konnte eh nicht mehr schlafen, denn es war eiskalt! Der „Grand Canyon“ gehört zu den Wüsten in den USA und damit gibt es alle Extreme! Es ist „ultra heiß“ am Tag und richtig kalt in der Nacht! Wir machten uns fertig, frühstückten und fuhren los zu einem schönen Aussichtspunkt! Eingehüllt in ein paar Schlafsäcke warteten wir bis es losging. Und dann -Stück für Stück- kam die Sonne! Es war fantastisch! Der Canyon war in allen Farben gehüllt und minütlich hat sich das Bild geändert! Wahnsinn! Nach dem wunderschönen Sonnenaufgang haben wir uns auch gleich auf eine Wanderung gemacht! Wach waren wir sowieso und morgens ist es noch nicht so heiß! Wir sind einen 10km langen Wanderweg gegangen, bei dem man est 5 km nach unten in den Canyon geht und später wieder hoch laufen muss. Wir haben 800 Höhenmeter gemacht und es war tierisch anstrengend! Die Sonne knallte nach einer Weile wieder mit aller Gewalt und ich dachte, dass ich trotz meiner 3 Liter Wasser im Gepäck, verdursten muss! Aber es hat sich gelohnt! Die Aussicht war atemberaubend!! Ich bin so begeistert von diesem Naturwunder….Wow! Gegen Mittag kamen wir erschöpft am Zeltlager an und hatten Zeit für eine Dusche und zum Relaxen! Endlich Zeit um meinen Blog hochzuladen! 😉
Heute Abend werden wir uns Pizza bestellen und diese mit zum Canyon nehmen! Dort werden wir uns zu guter Letzt noch den Sonnenuntergang angucken, bevor es morgen wieder weiter geht!
Die Reise durch Amerika geht schnell voran und ich habe viel Spaß hier! 😉
Ich melde mich wieder, wenn ich kann…..(Internet habe!)
Bis bald,
eure Christiane






































Still speechless!
Das der absolute Wahnsinn und einfach fantastisch das du diesen Berg erklimmen konntest.
Zu 200%über die eigenen Grenzen gegangen,amazing!Zwar jeden Beitrag gelesen,aber oft sind Worte einfach total überflüssig.
Das hier ist aber wieder mal Wahnsinn! 🙂
Wohooo, Chrissi, du bist die Größte! Und ein Engel =) Mal abgesehen davon, dass ich diesen Rock nie hochgekommen wäre mit meinen Puddingbeinchen 😉 hätte ich dann oben wahrscheinlich einen Weinkrampf bekommen…
Genieße deine Zeit noch, die Sonne, die Wärme… Der Herbst ist bei uns angekommen und hat seine Schwestern Regen und Sturm mitgebracht;-)
Vergiss nicht, mir ein bisschen Sonne einzupacken.