Meine letzte Woche in Indien & Fazit
30 03 2012Jetzt aber noch mein Fazit von Indien:
Kategorien : Indien
Meine Lieben!
Es ist schon wieder eine Woche vergangen und ich habe es nicht früher geschafft mich bei euch zu melden! (Das liegt aber auch daran, dass ich nicht immer ins Internetcafe komme…) Die letzte Woche war eigentlich recht ruhig. Die Arbeit mit den Kindern läuft ganz gut und sie machen (wenn auch langsam) Fortschritte in Englisch. Wir konnten mit unseren neuen Themen (Gefühle und Gegenteile) anfangen und der Unterricht lief nach Plan. Am Freitag fiel der Unterricht aus, weil die meisten Kinder zu einem Familienfest mussten. Dafür durften ein paar andere Kinder zu uns ins Camp kommen und mit uns spielen. Es hat so Spaß gemacht ihnen zuzugucken. Sie haben sich extra (für diesen tollen Anlass) schick angezogen und haben es so genossen, mal mit einem Ball zu spielen oder mit einem Springseil. Sie waren so glücklich, dass wir auch alle glücklich waren.
Die Feierabende habe ich dann am Strand, im Workshop oder in Colva verbracht. Im Workshop haben wir das Sariwickeln gelernt:
Und in Colva konnte ich endlich meinen ersten Kaffee + Schokoladenkuchen in Indien genießen! Das war soooo lecker!! Nach 3 Wochen indisches Essen und Kaffeeentzug konnte ich das sehr genießen!
Am Freitag war dann wieder unser Camp-Lagerfeuer. Die Organisatoren hatten eine Leinwand aufgebaut und so bekamen wir zum Abendessen und Lagerfeuer auch noch ein Open Air Kino. Es lief ein typischer Bollywoodfilm….ich habe mir nur die ersten 10 Minuten angesehen, da es nicht ganz mein Fall war. Aber der Abend war wieder sehr nett!
Inga, Anna, Aliki und ich wollten über das Wochenende wegfahren. Wir wollten noch mehr von Indien sehen und vor allem einmal ein richtiger „Tourist“ sein. Im Camp ist man ja doch mehr „Arbeiter“ und weniger „Reisender“. Also haben wir den „Lonely Planet“ (Reiseführer) studiert und beschlossen nach Patnem oder Palolem zu fahren. Beide Orte sind berühmte Touristenorte in Goa. Mit super schönen Sandstränden und ganz vielen Bars, lockte uns Palolem an. Wir hatten nichts geplant (kein Hotel gebucht oder nach Zugfahrzeiten geguckt) und wollten einfach nur losfahren…immer der Nase nach. Am Samstag haben wir also gleich nach dem Frühstück unsere Rucksäcke gepackt und fuhren zum Bahnhof. Dort standen mindestens 15 Busse und wir mussten den richtigen Bus nach Palolem erst finden. Ganz in Gedanken hatte ich immer wieder laut „Palolem“ gesagt….ein Inder hatte das gehört und den Bus (der gerade schon abgefahren war) noch mal zurückgepfiffen. Also sind wir in letzter Sekunde in den Bus gestiegen und haben uns riesig gefreut, dass wir nicht noch eine Stunde auf den Nächsten warten mussten. Die zweistündige Fahrt nach Palolem hat 30 Rupien gekostet…das sind gerade mal 50 Cent! In Deutschland wäre das nie möglich. Der Bus war soooo voll und ich habe noch nie in meinem Leben so sehr geschwitzt! Es gibt in Indien immer einen Busfahrer und einen zweiten Mann, der die Leute von der Tür aus in den Bus drückt! Er steht die ganze Zeit an der Tür und schreit „Palolem, Palolem, Paloleeeem…“ und wenn er Leute sieht, die noch mitkommen möchten, dann stopft er sie (in den schon vollen Bus) einfach dazu. Natürlich hatte der Bus keine Klimaanlage! Ich war überhaupt froh, dass er gefahren ist, denn er sah ein bisschen so aus, als würde er bald auseinander fallen. Die Sitze und die Fenster waren mit Klebeband geklebt und alles war mal wieder etwas dreckiger! Da habe ich wieder gemerkt, wie abgehärtet ich von Indien bin: Noch vor zwei Wochen hätte ich mich geekelt, mich an das Polster anzulehnen oder an die vielen verschwitzten Inder im Bus gequetscht zu werden. Mir hatte das aber gar nichts mehr ausgemacht… ehr im Gegenteil…der Busfahrer hatte indische Musik aufgelegt und wir hatten sehr viel Spaß auf der Fahrt. (Ich hatte zum Glück auch einen Sitzplatz!)
In Palolem stiegen wir aus und liefen gleich Richtung Strand. Auf dem Weg dorthin wurden wir von einem Inder abgefangen „Do you need a room?, I have rooms…!!“. Da wir noch kein Hotel hatten, sagten wir gleich „Yes, we need a room…“ und schon war alles geklärt. Er zeigte uns seine Strandhütten und wir konnten uns zunächst ein Bild vom Zustand der Hütten machen und gleich verhandeln. Die Hütte war für eine Nacht ok…aber eben kein 5 Sterne Resort! Wir bekamen sie für 600 Rupien und somit musste jeder von uns nur 150 Rupien (ca. 2,20 Euro) für die Nacht zahlen. Wir haben uns so gefreut!! Das Zimmer war gerade mal groß genug für 3 Betten und einen kleinen Tisch. Aber mehr wie „schlafen“ wollten wir dort ja auch nicht! Das Bad war typisch indisch…. Wir konnten für den Preis aber absolut nicht meckern…es war halbwegs sauber und vor allem sicher!
Wir schlossen unsere Wertsachen ein und gingen gleich mal zum Strand! Dort verbrachten wir den ganzen Nachmittag! Es war so schön von ganz vielen Touristen umgeben zu sein! Alle waren sie in Bikini und Badehosen und kein Inder gaffte uns an. Es war so normal. So wie wir Deutsche es kennen. Wir konnten das Wochenende so genießen und einfach mal unter „Gleichgesinnten“ sein. Wir haben Engländer, Amerikaner, Schweizer usw. getroffen…eben ganz viele andere Touristen.
Am Abend waren wir dann direkt am Strand essen…in einer Reihe, mit Blick aufs Meer…die Sonne ging unter und wir konnten bei Kerzenschein und Wellengeräuschen unser super leckeres Essen genießen! Das Fischcurry aus Goa ist berühmt, also musste ich es natürlich probieren! Den Abend ließen wir mit Cocktails am Strand und einen langen Spaziergang ausklingen.
Die Nacht war nicht ganz so erholsam, denn wir schliefen zu viert in dem Bett und die Holzhütten waren gar nicht gedämmt! Man hat also alles gehört…die Vögel, die Wellen, die bellenden Hunde und die Schweine….ja Schweine!! Am Morgen konnten wir dafür aber zur Tür raus und waren direkt wieder am Strand. Dort frühstückten wir erst mal ein leckeres „Touristenfrühstück“. Ich hatte endlich wieder mal ein Müsli und Obst! Das war das beste Frühstück meines Lebens!!!
Danach waren wir noch Einkaufen und Bummeln, bevor wir mit dem Bus zurück gefahren sind. Wie am Vortag hatten wir ganz viel Glück und mussten nicht auf den Bus warten. Zwei Stunden später waren wir wieder in Margao und haben uns zu viert in eine Riksha gequetscht. Normalerweise sind diese nur für 2-3 Personen ausgelegt, aber wir wollten ja sparen und haben es so richtig indisch gemacht… es war sehr kuschlig und heiß!
Zurück im Camp mussten wir alle erst mal Wäsche waschen und Duschen und uns ein bisschen erholen. Aber es war ein super schönes Wochenende und wir hatten so viel Spaß!
Nur noch eine Woche in Indien….nur noch eine Woche in meinem Projekt arbeiten und nur noch eine Woche mit meinen neu gewonnenen Freunden….dann geht es schon weiter nach Thailand! Wahnsinn wie schnell die Zeit vergeht!
Ich melde mich bald wieder!
Namaste Christiane
Hallo meine Lieben,
morgen bin ich genau zwei Wochen weg und endlich kann ich sagen, dass ich „angekommen“ bin. Nicht nur körperlich, sondern eben auch mit meinen Gedanken. Ich fange an mich wohl zu fühlen und meine Reise zu genießen. Die ersten zwei Wochen waren doch sehr hart und ungewohnt für mich. Ich vermisse immer noch mein zu Hause und so viele Menschen und die gewohnten Dinge, aber trotzdem kann ich mich jetzt voll auf Indien einlassen. Man muss sich den Ländern eben anpassen und mittlerweile mache ich auch alles ein bisschen langsamer und vor allem ohne Stress. Ich genieße einfach! Meine zweite Woche hier in Indien war wieder sehr spannend. Ich habe viel erlebt und neue Situationen kennengelernt. Und ich habe sehr viel über die indische Kultur gelernt…ich versuche euch einfach mal einen kleinen Einblick in meine zweite Woche zu geben:
Vormittags arbeite ich in meinem Projekt. Ich bereite hier im Camp meinen Unterricht vor, indem ich Arbeitsblätter schreibe und male und mir Lernmethoden überlege. Danach werden wir Volunteers zu den Slums oder den jeweiligen Projektorten gefahren. Wir werden in jedem Projekt begleitet, denn die wenigsten Kinder können schon Englisch. Also brauchen wir für unseren Unterricht eine Dolmetscherin. Der Unterricht wird vorher auch besprochen und von der Projektleiterin abgesegnet. In den Slums gibt es verschiedene „Schulklassen“…ich habe eine Klasse mit 6 Mädchen im Alter von 6-10 Jahren. Das ist nicht ganz einfach, denn die Kinder haben alle einen unterschiedlichen Wissensstand. Ich werde zum Glück von zwei anderen Volunteers unterstützt und somit haben wir die Möglichkeit für jedes Kind einen individuellen Unterricht zu gestalten. Die erste „Maßnahme“ war, dass wir die Kinder in eine „jünger Gruppe“ und eine „ältere Gruppe“ geteilt haben. Jetzt unterrichte ich die 3 Älteren in Englisch, Mathe und Schreiben. Zuerst haben sie zwei einfache Regeln lernen müssen: sich melden und ruhig sein und in einer Reihe sitzen! Das klappt mal mehr und mal weniger, aber wir arbeiten daran! Sie müssen einfache plus- und minus Aufgaben lösen, die Zahlen als Wort aufschreiben können, Farben erkennen und das englische Wort schreiben, Früchte und deren Farbe erkennen und schreiben und Körperteile kennen. Die Kinder kennen die Früchte und Körperteile in ihrer Muttersprache, aber sie sollen ja eben Englisch lernen. Nächste Woche wollen wir mit „Gefühlen“ anfangen, damit sie beschreiben können, ob sie „hungrig“, „glücklich“, „traurig“… sind. Mir macht dir Arbeit mit den Kindern Spaß, aber es gibt auch Momente der Frustration! (Jetzt kann ich jeden Lehrer verstehen!) Man bereitet mühevoll den Unterricht vor und dann sind die Kinder unkonzentriert, abgelenkt oder haben eben auch mal keine Lust. Es sind eben Kinder und sie haben auch mal einen schlechten Tag! Außerdem haben sie keinen ruhigen Klassenraum und einen Schreibtisch. Sie sitzen und schreiben auf dem Boden in einem (wegen der Sonne) abgedunkelten Raum mitten im „zu Hause“. Da sitz die Mutter nebenan und spült Geschirr, die anderen Geschwister schreien und es ist heiß! Selbst mir fällt es unter diesen Umständen schwer mich zu konzentrieren! Ich darf das also einfach nicht auf mich beziehen, wenn die Kinder mal nicht so gut lernen, aber das ist in dem Moment auch nicht ganz einfach! Ich bin gespannt, wie es am Montag klappt.
Nach der Arbeit hatten wir immer ein schönes Freizeitprogramm. Am Dienstag waren Inga und ich noch mal am Strand… ein bisschen Laufen, Schwimmen, Situps und Yoga tut einfach gut!
Am Mittwoch waren alle Volunteers in Colva. Dort ist ein tolles Restaurant direkt am Strand und wir konnten lecker Essen, Cocktails trinken und Karaoke singen. Das war soooo lustig! Wir hatten alle sehr viel Spaß!
Donnerstag war ein Workshop über den indischen Kleidungsstil. Wir haben gelernt wie man eine Braut zur Hochzeit kleidet und schmückt. Das habe ich natürlich gleich ausprobiert!! Wenn ich in Indien heiraten würde, dann könnte das so aussehen:
Das Kleid (Tuch) ist schwer zu tragen und bei der Hitze war das fast nicht auszuhalten! Aber es sah so schön aus! (Pink ist nur nicht ganz meine Farbe!) Interessant war es aber auf jeden Fall!
Am Freitag hatten wir einen Kochkurs. Ich weiß jetzt, wie man indische Samosa zubereitet. Der Kurs war sehr lustig und wir hatten wieder jede Menge Spaß! Und lecker war es auch noch!!
Die Abende am Freitag sind immer sehr schön im Camp. Es gibt ein Camplagerfeuer und es wird im Freien gegessen. Mit Kerzenschein und kühlen Getränken kann man dann den ganzen Abend draußen verbringen und Spiele spielen, Gitarre spielen usw….
Wir saßen aber gar nicht so lange am Feuer, denn wir sind noch ins Kino gegangen. Ich wollte unbedingt mal das indische Kino sehen! Das ist eigentlich genauso wie in Deutschland, aber es gibt 6 verschiedene Popcornsorten! Tomate, Käse, Masala, Salz, Zucker und Karamell! Und die Filme laufen natürlich auf Hindi…ich hab den Film trotzdem gut verstanden, denn wir hatten einen Übersetzer! Es war ein Action-Film und kein Bollywood-Film und somit auch wirklich interessant!
Am Samstag waren wir dann auf den berühmten Gewürzplantagen von Goa. Dort haben wir ganz viel über Gewürze und ihre Wirkung, über Früchte und über Nüsse gelernt. Das war sooo schön dort! Wir wurden (typisch indisch) mit einem Blumenkranz und einem roten Punkt auf der Stirn begrüßt und anschließend hatten wir eine Führung und ein leckeres (und stark gewürztes) Essen.
Beim Händewaschen bin ich einer „kleinen“ Spinne begegnet und hab erstmal einen Schreikrampf bekommen!
Nach dem Essen ging es zum Elefantenreiten. Mir war der Spaß zu teuer und außerdem werde ich in Thailand noch genügend Elefantenreiten haben…deshalb bin ich nicht auf diesen „Riesen“! Aber in Thailand mache ich das auf jeden Fall!!
Im Anschluss konnten wir noch ein bisschen durch die Stadt bummeln und einkaufen. Am Abend waren wir dann auf einem Partyboot. Die Bootsfahrt ging ca. 2 Stunden und der DJ hat ganz gemischte Musik aufgelegt. Es gab ein Programm und man konnte tanzen. Außerdem gab es ein leckeres Buffet.
Das war wirklich ein sehr schöner Tag!
Sonntag ist immer unser Strandtag, also werden wir auch heute wieder in der Sonne liegen und Kraft für die neue Woche tanken!
Ich denke an euch!
Bis bald,
eure Christiane
Namaste meine Lieben,
es ist wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht. Ich erlebe jeden Tag so viele neue Dinge, dass ich gar kein Zeitgefühl mehr habe. Das ist aber auch gut so…ich vermisse euch nämlich ganz schön sehr! Der Kulturschock hat sich mittlerweile gelegt…man gewöhnt sich eben dran, dass alles ein bisschen langsamer, dreckiger und lauter ist. Ich freue mich jetzt schon auf soooo viele Dinge, wenn ich wieder zu Hause bin…und ich bin gerade mal eine Woche weg! Ich freue mich auf mein eigenes, großes und sauberes Bett. Ich freue mich auf eine Dusche, die mich tatsächlich sauber macht. Ich freue mich auf eine Waschmaschine und saubere Wäsche!! In Indien wäscht man per Hand und trocknet es auf dem Boden oder auf dem Gras…man kriegt die Wäsche einfach nie richtig sauber und man hat immer das Gefühl dreckig zu sein. Außerdem riecht die Wäsche nicht frisch…es riecht maximal nach gar nichts, aber dann hat man schon verdammt gut gewaschen. Eigentlich riecht hier alles (und immer) ein bisschen. Aber auch daran gewöhnt man sich. Hier im Camp haben wir immerhin Wäscheleinen.
Das Camp ist wirklich schön. Es ist sehr grün und überall sind Pflazen und Bäume. Es gibt ganz viele Kokosnussbäume und man muss aufpassen, dass einem keine Nuss auf den Kopf fällt. Sie sind aber sehr lecker! (Heute habe ich meine erste Kokosnuss geknackt…das war nicht leicht, aber ich hab sie sehr genossen!) Außerdem haben wir Hängematten, einen Beachvolleyballplatz und einen Gemeinschaftsraum mit Computern und Büchern und Yogamatten. Das Camp ist abgeschlossen und es kommen wirklich keine Fremden herein. Sicher ist es hier auf jeden Fall. Der Majorda Beach ist etwa eine halbe Stunde (Fußweg) entfernt und super schön. Am Sonntag waren wir alle im warmen, indischen Ozean schwimmen und wir haben den freien Tag so genossen! Leider hat man auch da das „Problem“ der Inder…wie so überall. Die Inder gucken „weiße“ und vor allem blonde Frauen sehr aufdränglich an. Sie machen Fotos und wollen einen berühren. Eine weiße Hautfarbe ist hier sehr selten und deshalb wird man angeguckt wie ein Star! Jeder will wissen, woher man kommt und was mach so macht…man darf natürlich nicht darauf antworten. Man kann leider nicht unauffällig durch die Stadt gehen oder am Strand liegen…man wird immerzu fotografiert….wie die Stars von den Paparazzi. Es nervt ziemlich! Gott sei Dank haben wir aber ein paar Männer im Camp, die die Stalker verscheuchen. Die Zimmer sind „naja man hat alles was man braucht“….ein kleines (sehr kurzes = zum Glück bin ich klein!) Bett, ein kleines Regal für jeden und ein sau dreckiges, stinkiges Bad mit einer typischen indischen Dusche. Warmes Wasser muss man sich (einmal quer durchs Camp) mit Eimern holen. Aber es ist ok.
(Jetzt koennt ihr euch gut vorstellen, wie ich hier lebe! 🙂 )
Unser Tagesablauf ist diese Woche wieder sehr durchgeplant. Morgens um 6 Uhr müssen wir aufstehen. Von 7-8 Uhr ist Yoga und Meditation angesagt, 8-9 Uhr ist Frühstück, 9.30-12.30 Uhr arbeiten, 13-14 Uhr Mittagessen, 14.30-16.30 Uhr arbeiten, 17 Uhr Chai Time, bis 18 Uhr Workshops (indische Küche, Sariwickeln, Henna malen, Hindi Sprachkurs usw.), 19-20 Uhr Abendessen. Danach waschen wir Wäsche und so. Frei haben wir dann am Wochenende. Das ist ganz schön anstrengend.
Die Arbeit ist ganz unterschiedlich. Man darf zwischen ganz vielen Projekten wählen: Entweder man arbeitet im Waisenheim mit kleinen Kindern, oder im Krankenhaus, oder im Krebskrankenhaus, oder mit sozialschwachen Frauen, oder man unterrichtet Englisch in den Schulen, oder man unterrichtet lernbehinderte Kinder, oder man gibt Computerkurse oder man geht ins Altersheim, oder oder oder… Es gibt sehr viele Projekte! Am Montag haben wir uns alle angesehen und am liebsten würde man überall helfen…das geht aber nicht. Die Kinder hier sind soooo glücklich, wenn sie unterrichtet werden. Sie lachen und freuen sich und es wird einem ganz warm ums Herz. Sie haben nichts…gar nichts! Sie leben ins Slums und schlafen auf dem Boden. Wenn sie genügend Essen haben ist das schon gut…die meisten indischen Mädchen haben aber Mangelerscheinungen. Die Jungs sind dagegen besser ernährt, weil sie in Indien „mehr wert“ sind. Sie freuen sich so sehr, dass sie in die Schule dürfen! Das würde in Deutschland nie passieren! Es freut mich so sehr, wenn ich die Kinder lachen sehe. Sie spielen mit den kleinsten Dingen wie einem Stein. Spielzeug wie in Deutschland gibt es hier nicht. Es ist ganz wunderbar zu sehen, dass man mit so wenig doch so glücklich sein kann. Ich werde in diesen drei Wochen nicht die Welt verändern können…aber es ist schön, etwas dazu beizutragen. Es müsste noch viel mehr Helfer geben!
Außerdem dürfen wir wählen, ob wir morgens, nachmittags oder morgens & nachmittags arbeiten wollen. Für die erste Woche habe ich mich entschieden nur vormittags zu arbeiten. Ich gehe in die Slums und unterrichte eine Klasse mit 6 Schülern in Englisch und Mathe. Sie sind alle zwischen 6-10 Jahre alt. Die Arbeit in den Slums nimmt einen sehr mit. Man sieht viel Armut, Leid und Dreck. Deshalb werde ich auch erstmal nur vormittags arbeiten. Ich habe das Gefühl, dass ich die vielen Eindrücke sonst nicht verarbeiten kann.
Die Yoga und Meditationsstunden sind sehr gut! Man fühlt sich danach immer viel besser. Die Rückenmuskelatur wird gestärkt und das lange OOOOMMMMM beruhigt irgendwie. Ich mache es gerne! 🙂
Außerdem gibt es hier verschiedene Märkte zum Einkaufen. Am Montag waren wir auf einem und haben uns mit ein paar Kleidungsstücken eingedeckt! So einen Markt muss man mal gesehen haben…da sind so viele Stände dicht aneinander…es ist sooo voll dort! Und Handeln kann man hier…Wahnsinn! Ich habe für eine Hose umgerechnet nur 3,30 Euro bezahlt…aber die Qualität ist natürlich auch nicht so gut! Generell ist hier alles sehr billig! Ein Essen mit Getränk hat mich 1,64 Euro gekostet und ich war richtig satt! Meine Flip Flops haben nur 2 Euro gekostet….usw. Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht, aber nach so einem Markt ist man richtig kaputt! Die Verkäufer wollen alle etwas verkaufen und somit ist es sehr laut und voll. Bei der Hitze hier ist das super anstrengend!! Es wird jeden Tag wärmer….mittlerweile sind es 37°C!!
Für heute habe ich genug erzählt… Ihr seht also: Mir geht es gut! Ich genieße die Zeit in Indien, auch wenn es nicht immer ganz einfach ist.
Ich melde mich bald wieder!
Eure Christiane
Am Montag haben mich meine Eltern zum Flughafen gebracht. Der Abschied war nicht leicht und doch sehr tränenreich. Ich flog mit einer Stunde Verspätung (gegen 12 Uhr) los und ich fühlte mich nach dem Abschied sehr alleine. Ich wollte einfach nur heulen, aber dazu kam ich gar nicht. Ich lernte Miriam kennen, sie saß bis Abu Dhabi neben mir. Sie kommt aus Heidelberg und war als Backpacker auf dem Weg nach Australien. Wir verstanden uns auf Anhieb gut und der Flug ging ruckzuck vorbei. Außerdem war der Flugcomfort einfach genial…man hatte sein eigenes Kinoprogramm zum Wählen, es gab immerzu Essen und Trinken, man hatte eine Kuscheldecke….die 6 Stunden vergingen wirklich „wie im Flug“!!
In Abu Dhabi musste ich umsteigen und mich von meiner ersten Bekanntschaft trennen. Ich fühlte mich plötzlich unheimlich fremd. Ich war nahezu der einzigste hellhäutige Mensch und alle Inder, Araber usw. haben mich komisch angeguckt. Ich wollte einfach nur noch weiter. Wieder mit einer Stunde Verspätung bin ich dann nach Mumbai gestartet. Diese 4 Stunden waren ziemlich lang! Um 4 Uhr bin ich endlich gelandet. Ich kam aus dem Flugzeug raus und lief gegen eine Wand von Hitze und Feuchtigkeit. In ca. 10 Minuten waren meine Klamotten patschnass!! Ich wurde zum Glück gleich abgeholt und ins Hotel gebracht. Ich wurde von Inga (ich hatte euch von ihr erzählt) empfangen und wir teilten uns ein Zimmer.
Beim Zähneputzen wurde mir zum ersten Mal so richtig bewusst, dass ich in Indien bin! Reines Wasser ist sehr kostbar! Ich brauchte eine Flasche Wasser zum Zähneputzen und da kamen meine Wasserentkeimungstabletten auch gleich zum Einsatz. Um 5.30 Uhr lag ich endlich im Bett. Die Nächte in Mumbai sind aber laut. Die ganze Nacht klingele irgendwas, man hörte Stimmen und Verkehr. Es war einfach nur laut! Um 8 Uhr wurden wir schon geweckt. Es war an der Zeit die anderen Volunteers kennenzulernen. Die Gruppe ist echt nett! Wir sind 9 Volunteers aus Deutschland, Holland und England im Alter von 19-53 Jahre.
Das indische Frühstück mit wabbeligem Toastbrot und süßer Pampe (Marmelade mit künstlichen Geschmack?), ist nicht so mein Fall. ABER der Chai!! Der ist so lecker! Ich trinke ja schon in Deutschland gerne Chai…aber hier ist es mein Lieblingsgetränk!! Ich vermisse nicht mal (trotz ständigen Schlafmangel) den Kaffee!! Wir bekamen einen Zeitpaln für die ersten 6 Tage. Der ganze Plan (Trekkingtour, Tempel usw.) wurde geändert. Ich frage mich immernoch, warum die Inder Zeitpläne verteilen? Es hält sich eh keiner daran! Wenn 12 Uhr ausgemacht ist, dann kann es auch mal 14 Uhr werden… naja! Für den ersten Tag war eine Sightseeingtour in Mumbai angesagt. Wir fuhren mit dem Auto quer durch die 12 Millionen Einwohner Stadt. Ich war fix und fertig. Die Straßen sind schlecht und man fliegt im Auto von einer Ecke in die Andere. Anschnallen? Ach quatsch…es gibt nicht mal Gurte. Die Inder fahren auch gerne zu fünft auf einem Motorrad. Einen Helm? Nee, dass kennen die meisten gar nicht. Sie fahren lieber mit einem leichten Tuch um den Kopf und in Flip Flops. Und es wird einfach immer gehupt! Zum Überholen, zum Überholen lassen, zum Aufmerksamkeit schaffen…einfach immer. Und dann nicht einmal, sondern fünf mal! Und das macht jeder. Man hört also nur hupen! Huuuuup, huuuuup, huuuuup…. Es ist ständig laut, denn die Musik drehen sie auch voll auf um das Hupen zu übertönen. Man sieht auch überall Slums und Armut. Die Straßen sind voller Müll und natürlich den Kühen, Hunden und Affen, die frei umher laufen.
Und der Geruch ist…naja eben anders. Wenn man an der Ampel wartet oder im Stau steht, kommen die Bettler direkt ans Auto und klopfen von allen Seiten an die Scheiben. Man guckt in die Augen von einem Baby, in die Augen der Mama…welche selbst noch ein Kind ist…sie sind einem so nahe! Ich fühlte mich schlecht dabei, weil es mir in Deutschland so gut geht. Das war wirklich hart!
In Mumbai waren wir dann typisch indisch Essen (mhm lecker und so billig!) und anschließend beim Gateway of India und auf der Elephant Island. Dort waren aber keine Elefanten zu sehen…nur Affen, Kühe und hungrige Vögel.
Mit dem Boot ging es dann wieder zurück und wir konnten einen wunderschönen Sonnenuntergang (Mumbai Skyline im Hintergrund) genießen.
Nach einer kalten Dusche (was man in Indien eben Dusche nennen kann) ging es dann wieder viel zu spät ins Bett.
Am folgenden Tag waren wir im Gandhi Museum und haben uns über das Leben des heiligen Mannes informiert.
Danach fuhren wir nach Lonavala, (etwa 100km südlich von Mumbai) um unsere Trekkingtour zu starten. Ich war so froh aus der Stadt raus zu kommen! Ich war fix und fertig vom Lärm, dem Gestank und der Hektik! Seit meiner Landung in Mumbai hatte ich noch nicht einmal Ruhe! In Lonavala war sehr heiß und die Sonne knallte nur so auf uns ein, als wir losgingen. Unsere Guids waren echt cool. Sie erklärten uns alles über Heilpflanzen und Tiere und über das Leben in den indischen Dörfern. Wir haben auch eine riesige Schlangenhaut gefunden. Gott sei Dank war die Schlange schon weg, sonst hätte ich einen Schreikrampf bekommen.
Das Englisch ist nur nicht ganz leicht zu verstehen…aber wir kamen zurecht! Am Abend waren wir dann in einem indischen Dorf, völlig abgeschieden von der Zivilisation, ohne Strom und ohne Wasser. Die Einheimischen feierten an dem Abend das Fest „Holy“ mit Trommeln, einem riesigen Feuer, Tanz und ganz viel bunter Farben. Mit Einheimischen meine ich aber nur die Männer. Frauen dürfen in Indien nicht feiern. Sie haben in der Zwischenzeit das Essen für uns vorbereitet. Wir aßen bei einer indischen Familie….so richtig indisch. Man sitzt auf dem Boden und ist mit der rechten Hand! Die Schuhe hat man im Haus immer aus, nicht weil es dreckig werden könnte, (es ist sowieso überall dreckig / Sandboden) sondern aus Respekt. Nach dem leckeren und scharfem Essen (mir schmeckt die indische Küche wirklich gut!!) ging es zu unserem Haus, in dem wir übernachten sollten. Wir kamen im Dunkeln an und ohne unsere Taschenlampen wären wir verloren gewesen…ohne Strom geht eben nichts. Wir schliefen auf dem Boden und es war sehr sehr hart! Die „Toilette“ war ein Loch im Wald. Wasser gab es nur zum waschen und zum Trinken musste man sein Wasser aus der Flasche nehmen. Diese Nacht war eine interessante Erfahrung, aber ich brauche das so schnell nicht wieder. Mir tut der Rücken weh vom Rucksack schleppen und vom harten Steinboden!
Am Morgen ging es (mal wieder nach viel zu wenig Schlaf) weiter auf den Berg. Dort mussten wir uns von einer Burg abseilen. Das kostete ganz schön viel Überwindung den ersten Schritt zu machen und sich nach Hinten fallen zu lassen. Umso glücklicher war ich, als ich unten ankam. Wow…ich hatte es geschafft! Den ganzen Tag liefen wir bei der Hitze weiter. Wir alle waren richtig dreckig (meine neue Hose und meine neuen Schuhe sehen jetzt schon aus, als wären sie 100 Jahre alt…ich frage mich, ob mein weißes T-shirt je wieder weiß wird?) und wir schwitzen ohne Ende. (Gott sei Dank könnt ihr mich auf den Bildern nicht riechen!!) Es war wirklich anstrengend und es gab ja keine Duschen! Aber die Natur und die Ruhe war einfach atembraubend. Ich habe das so genossen!! Das Mittagessen unter einem Baum, das Vogelzwitschern…es war traumhaft schön. (Leider können Bildern nicht halb so viel vermitteln…)
Am Abend sind wir zurück nach Lonavala City und genossen eine kalte Dusche. An die indischen „Duschen“ werde ich mich nie gewöhnen! Danach wollte ich einfach noch ein bisschen Musik hören, aber mein I-pod ist kaputt. Zu Beginn meiner 8 Monate funktioniert das doofe Ding einfach nicht mehr! Ohne Musik drehe ich hier noch durch!!
Am Freitag sind wir dann mit dem Zug nach Goa gefahren. Nach 12 Stunden Fahrt waren wir endlich im Camp. Dort waren schon 20 andere Volunteers, die uns erwartet haben. Nach dem Essen kam dann die Enttäuschung…das Internet funktioniert nicht und es wird frühstens kommenden Montag repariert. Jetzt teilen wir uns mit 30 Leuten einen Internet-USB Stick! 🙁
(Jetzt habe ich ihn gerade 🙂 )
Morgen haben wir endlich einen freien Tag und können an den Strand! Ich freue mich schon wahnsinnig darauf!
Am Montag, Dienstag und Mittwoch geht es zum Meditieren und Yoga lernen. Gleichzeitig ist am Nachmittag die Einarbeitung in unser Projekt und am Donnerstag werden wir mit unserer Arbeit beginnen. Ich bin gespannt! 🙂
Ich melde michwieder so bald ich kann…
Namaste eure Christiane
Namaste meine Lieben,
ich bin nun in Goa angekommen und mir geht es gut. Das Internet funktioniert aber nicht! 🙁 Ich sitze nun an einem oeffentlichen PC und kann keine Bilder hochladen. Die naechsten Tage soll aber das WIFI wieder funktionieren und dann macht euch auf einen laaaaaaaangen Bericht gefasst! Und viele Bilder! Es ist wahnsinn, wieviel ich diese Woche schon erlebt habe!! 🙂
Also nur noch etwas Geduld!
Ich werde euch bald schreiben koennen!!
Bis bald,
eure Christiane
P.S: Danke fuer die vielen Gaestebucheintraege! 🙂
P.P.S: Sorry…die Tastatur hier ist schrecklich…. 🙂
Meine Lieben!
Ich bin in Mumbai (Indien) angekommen und alles hat gut geklappt!
Ich könnte euch jetzt schon über tausend Dinge berichten, aber mir fehlt leider die Zeit.
Das Internet muss man kaufen und die Zeit läuft gleich ab…. ABER: Ab nächste Woche habe ich Internet in meinem Zimmer und werde euch ausführlich berichten! 🙂 Versprochen!
Trotz guter Vorbereitung hat mich der Kulturschock stark erwischt! Es ist einfach alles anders! 🙂
Aber dazu komme ich nächste Woche….
Ich wollte euch nur kurz versichern, dass es mir gut geht! 🙂
Die anderen Volunteers sind alle ganz nett. Es gibt Engländer, Deutsche und Holländer….das Alter ist von 19-53….es ist also eine durchmischte Gruppe! 🙂
Mein Zimmer (wenn man das Zimmer nennen kann) teile ich mir mit Inga….ich hatte euch von ihr erzählt! 🙂
Und mit Affen, Straßenhunden und der Straßenkuh habe ich auch schon „Freundschaft“ geschlossen! 🙂
Ich werde mich bald ausführlich und mit vielen Bildern melden!
Bis dahin!
Namaste eure Christiane
Jetzt ist auch der „Code of Conduct“ vollständig übersetzt und akzeptiert! 🙂 Ich freue mich auf die Arbeit in Indien!