Das Leben im Camp

14 03 2012

Namaste meine Lieben,

es ist wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht. Ich erlebe jeden Tag so viele neue Dinge, dass ich gar kein Zeitgefühl mehr habe. Das ist aber auch gut so…ich vermisse euch nämlich ganz schön sehr! Der Kulturschock hat sich mittlerweile gelegt…man gewöhnt sich eben dran, dass alles ein bisschen langsamer, dreckiger und lauter ist. Ich freue mich jetzt schon auf soooo viele Dinge, wenn ich wieder zu Hause bin…und ich bin gerade mal eine Woche weg! Ich freue mich auf mein eigenes, großes und sauberes Bett. Ich freue mich auf eine Dusche, die mich tatsächlich sauber macht. Ich freue mich auf eine Waschmaschine und saubere Wäsche!! In Indien wäscht man per Hand und trocknet es auf dem Boden oder auf dem Gras…man kriegt die Wäsche einfach nie richtig sauber und man hat immer das Gefühl dreckig zu sein. Außerdem riecht die Wäsche nicht frisch…es riecht maximal nach gar nichts, aber dann hat man schon verdammt gut gewaschen. Eigentlich riecht hier alles (und immer) ein bisschen. Aber auch daran gewöhnt man sich. Hier im Camp haben wir immerhin Wäscheleinen.

Jenny beim Wäschewaschen

Jenny beim Waschen

Das Camp ist wirklich schön. Es ist sehr grün und überall sind Pflazen und Bäume. Es gibt ganz viele Kokosnussbäume und man muss aufpassen, dass einem keine Nuss auf den Kopf fällt. Sie sind aber sehr lecker! (Heute habe ich meine erste Kokosnuss geknackt…das war nicht leicht, aber ich hab sie sehr genossen!) Außerdem haben wir Hängematten, einen Beachvolleyballplatz und einen Gemeinschaftsraum mit Computern und Büchern und Yogamatten. Das Camp ist abgeschlossen und es kommen wirklich keine Fremden herein. Sicher ist es hier auf jeden Fall. Der Majorda Beach ist etwa eine halbe Stunde (Fußweg) entfernt und super schön. Am Sonntag waren wir alle im warmen, indischen Ozean schwimmen und wir haben den freien Tag so genossen! Leider hat man auch da das „Problem“ der Inder…wie so überall. Die Inder gucken „weiße“ und vor allem blonde Frauen sehr aufdränglich an. Sie machen Fotos und wollen einen berühren. Eine weiße Hautfarbe ist hier sehr selten und deshalb wird man angeguckt wie ein Star! Jeder will wissen, woher man kommt und was mach so macht…man darf natürlich nicht darauf antworten. Man kann leider nicht unauffällig durch die Stadt gehen oder am Strand liegen…man wird immerzu fotografiert….wie die Stars von den Paparazzi. Es nervt ziemlich! Gott sei Dank haben wir aber ein paar Männer im Camp, die die Stalker verscheuchen. Die Zimmer sind „naja man hat alles was man braucht“….ein kleines (sehr kurzes = zum Glück bin ich klein!) Bett, ein kleines Regal für jeden und ein sau dreckiges, stinkiges Bad mit einer typischen indischen Dusche. Warmes Wasser muss man sich (einmal quer durchs Camp) mit Eimern holen. Aber es ist ok.

der Blick aus unserem Zimmer

der Blick aus unserem Zimmer

der Blick aus unserem Zimmer (2)

der Blick aus unserem Zimmer (2)

der Blick aus unserem Zimmer (3)

der Blick aus unserem Zimmer (3)

der Gemeinschaftsraum

der Gemeinschaftsraum

die Kokusspalmen

die Kokospalmen

Ich ganz faul :)

Ich ganz faul 🙂

unser Zimmer (ich schlafe unten :) )

unser Zimmer (ich schlafe unten 🙂 )

unser rosa Bad

unser rosa Bad

(Jetzt koennt ihr euch gut vorstellen, wie ich hier lebe! 🙂 )

Unser Tagesablauf ist diese Woche wieder sehr durchgeplant. Morgens um 6 Uhr müssen wir aufstehen. Von 7-8 Uhr ist Yoga und Meditation angesagt, 8-9 Uhr ist Frühstück, 9.30-12.30 Uhr arbeiten, 13-14 Uhr Mittagessen, 14.30-16.30 Uhr arbeiten, 17 Uhr Chai Time, bis 18 Uhr Workshops (indische Küche, Sariwickeln, Henna malen, Hindi Sprachkurs usw.), 19-20 Uhr Abendessen. Danach waschen wir Wäsche und so. Frei haben wir dann am Wochenende. Das ist ganz schön anstrengend.

Die Arbeit ist ganz unterschiedlich. Man darf zwischen ganz vielen Projekten wählen: Entweder man arbeitet im Waisenheim mit kleinen Kindern, oder im Krankenhaus, oder im Krebskrankenhaus, oder mit sozialschwachen Frauen, oder man unterrichtet Englisch in den Schulen, oder man unterrichtet lernbehinderte Kinder, oder man gibt Computerkurse oder man geht ins Altersheim, oder oder oder… Es gibt sehr viele Projekte! Am Montag haben wir uns alle angesehen und am liebsten würde man überall helfen…das geht aber nicht. Die Kinder hier sind soooo glücklich, wenn sie unterrichtet werden. Sie lachen und freuen sich und es wird einem ganz warm ums Herz. Sie haben nichts…gar nichts! Sie leben ins Slums und schlafen auf dem Boden. Wenn sie genügend Essen haben ist das schon gut…die meisten indischen Mädchen haben aber Mangelerscheinungen. Die Jungs sind dagegen besser ernährt, weil sie in Indien „mehr wert“ sind. Sie freuen sich so sehr, dass sie in die Schule dürfen! Das würde in Deutschland nie passieren! Es freut mich so sehr, wenn ich die Kinder lachen sehe. Sie spielen mit den kleinsten Dingen wie einem Stein. Spielzeug wie in Deutschland gibt es hier nicht. Es ist ganz wunderbar zu sehen, dass man mit so wenig doch so glücklich sein kann. Ich werde in diesen drei Wochen nicht die Welt verändern können…aber es ist schön, etwas dazu beizutragen. Es müsste noch viel mehr Helfer geben!

ein Slum...mein Arbeitsplatz!

ein Slum...mein Arbeitsplatz!

die Volunteers und ich mit einer Schulklasse (leider sehr hell)

die Volunteers und ich mit einer Schulklasse (leider sehr hell)

Außerdem dürfen wir wählen, ob wir morgens, nachmittags oder morgens & nachmittags arbeiten wollen. Für die erste Woche habe ich mich entschieden nur vormittags zu arbeiten. Ich gehe in die Slums und unterrichte eine Klasse mit 6 Schülern in Englisch und Mathe. Sie sind alle zwischen 6-10 Jahre alt. Die Arbeit in den Slums nimmt einen sehr mit. Man sieht viel Armut, Leid und Dreck. Deshalb werde ich auch erstmal nur vormittags arbeiten. Ich habe das Gefühl, dass ich die vielen Eindrücke sonst nicht verarbeiten kann.

Die Yoga und Meditationsstunden sind sehr gut! Man fühlt sich danach immer viel besser. Die Rückenmuskelatur wird gestärkt und das lange OOOOMMMMM beruhigt irgendwie. Ich mache es gerne! 🙂

ich bei der Meditation

ich bei der Meditation

ich beim Meditieren

ich beim Meditieren

Außerdem gibt es hier verschiedene Märkte zum Einkaufen. Am Montag waren wir auf einem und haben uns mit ein paar Kleidungsstücken eingedeckt! So einen Markt muss man mal gesehen haben…da sind so viele Stände dicht aneinander…es ist sooo voll dort! Und Handeln kann man hier…Wahnsinn! Ich habe für eine Hose umgerechnet nur 3,30 Euro bezahlt…aber die Qualität ist natürlich auch nicht so gut! Generell ist hier alles sehr billig! Ein Essen mit Getränk hat mich 1,64 Euro gekostet und ich war richtig satt! Meine Flip Flops haben nur 2 Euro gekostet….usw. Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht, aber nach so einem Markt ist man richtig kaputt! Die Verkäufer wollen alle etwas verkaufen und somit ist es sehr laut und voll. Bei der Hitze hier ist das super anstrengend!! Es wird jeden Tag wärmer….mittlerweile sind es 37°C!!

ein kleiner Einblick in einen riesigen Markt

ein kleiner Einblick in einen riesigen Markt

Für heute habe ich genug erzählt… Ihr seht also: Mir geht es gut! Ich genieße die Zeit in Indien, auch wenn es nicht immer ganz einfach ist.

Ich melde mich bald wieder!

Eure Christiane



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6 Antworten zu “Das Leben im Camp”

  • Madeleine sagt:

    ich habe im Moment keine Zeit, alles zu lesen, aber es macht mir schon Freude die Bilder zu sehen und zu wissen, dass es dir gut geht!! :-*

  • Christiane sagt:

    Hey!!!
    Du bist ja fies!
    Die Hängematte hängt nur so tief, aber das hat nix mit meinem Gewicht zu tun! 🙂
    Hab noch kein bisschen zugenommen…nur so nebenbei!!! 😛

    HDL
    deine kleine Schwester

  • Steffen sagt:

    *edit: ……das Essen ist wohl ganz ok^^

  • Steffen sagt:

    Hey Schwesterherz,
    also das Camp ist rein optisch ziemlich toll finde ich.Die Slums dagegen eher weniger 🙁
    Finde es sehr gut das du den Kindern hilfst und ihnen was bei bringst! Auch wenn das im angesicht der Armut sicher sehr schwierig ist 🙁

    by the way,die Hängematte hängt ziemlich tief,das ist ist wohl ganz ok *grins*

  • Nicoletta sagt:

    Hallo Christiane,

    schade, ich habe deinen Start verpasst. Ich wusste nur noch, dass es irgendwann im März war und jetzt bin ich schon zu spät. ^^
    Ich wünsche dir jedenfalls weiterhin eine gute Reise und ganz viele tolle und neue Erfahrungen!

    Pass schön auf dich auf und genieße die Zeit weiterhin!

    Liebe Grüße
    Nicoletta

    P.S.: Die Hose beim Meditieren ist ja goldig. =)

  • Peter sagt:

    Suuuuper Bericht, und total klasse Bilder!
    Mach weiter so – ist total spannend, das zu verfolgen.

    Schmatza,
    Peter.

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