Meine erste Woche in Indien
10 03 2012Am Montag haben mich meine Eltern zum Flughafen gebracht. Der Abschied war nicht leicht und doch sehr tränenreich. Ich flog mit einer Stunde Verspätung (gegen 12 Uhr) los und ich fühlte mich nach dem Abschied sehr alleine. Ich wollte einfach nur heulen, aber dazu kam ich gar nicht. Ich lernte Miriam kennen, sie saß bis Abu Dhabi neben mir. Sie kommt aus Heidelberg und war als Backpacker auf dem Weg nach Australien. Wir verstanden uns auf Anhieb gut und der Flug ging ruckzuck vorbei. Außerdem war der Flugcomfort einfach genial…man hatte sein eigenes Kinoprogramm zum Wählen, es gab immerzu Essen und Trinken, man hatte eine Kuscheldecke….die 6 Stunden vergingen wirklich „wie im Flug“!!
In Abu Dhabi musste ich umsteigen und mich von meiner ersten Bekanntschaft trennen. Ich fühlte mich plötzlich unheimlich fremd. Ich war nahezu der einzigste hellhäutige Mensch und alle Inder, Araber usw. haben mich komisch angeguckt. Ich wollte einfach nur noch weiter. Wieder mit einer Stunde Verspätung bin ich dann nach Mumbai gestartet. Diese 4 Stunden waren ziemlich lang! Um 4 Uhr bin ich endlich gelandet. Ich kam aus dem Flugzeug raus und lief gegen eine Wand von Hitze und Feuchtigkeit. In ca. 10 Minuten waren meine Klamotten patschnass!! Ich wurde zum Glück gleich abgeholt und ins Hotel gebracht. Ich wurde von Inga (ich hatte euch von ihr erzählt) empfangen und wir teilten uns ein Zimmer.
Beim Zähneputzen wurde mir zum ersten Mal so richtig bewusst, dass ich in Indien bin! Reines Wasser ist sehr kostbar! Ich brauchte eine Flasche Wasser zum Zähneputzen und da kamen meine Wasserentkeimungstabletten auch gleich zum Einsatz. Um 5.30 Uhr lag ich endlich im Bett. Die Nächte in Mumbai sind aber laut. Die ganze Nacht klingele irgendwas, man hörte Stimmen und Verkehr. Es war einfach nur laut! Um 8 Uhr wurden wir schon geweckt. Es war an der Zeit die anderen Volunteers kennenzulernen. Die Gruppe ist echt nett! Wir sind 9 Volunteers aus Deutschland, Holland und England im Alter von 19-53 Jahre.
Das indische Frühstück mit wabbeligem Toastbrot und süßer Pampe (Marmelade mit künstlichen Geschmack?), ist nicht so mein Fall. ABER der Chai!! Der ist so lecker! Ich trinke ja schon in Deutschland gerne Chai…aber hier ist es mein Lieblingsgetränk!! Ich vermisse nicht mal (trotz ständigen Schlafmangel) den Kaffee!! Wir bekamen einen Zeitpaln für die ersten 6 Tage. Der ganze Plan (Trekkingtour, Tempel usw.) wurde geändert. Ich frage mich immernoch, warum die Inder Zeitpläne verteilen? Es hält sich eh keiner daran! Wenn 12 Uhr ausgemacht ist, dann kann es auch mal 14 Uhr werden… naja! Für den ersten Tag war eine Sightseeingtour in Mumbai angesagt. Wir fuhren mit dem Auto quer durch die 12 Millionen Einwohner Stadt. Ich war fix und fertig. Die Straßen sind schlecht und man fliegt im Auto von einer Ecke in die Andere. Anschnallen? Ach quatsch…es gibt nicht mal Gurte. Die Inder fahren auch gerne zu fünft auf einem Motorrad. Einen Helm? Nee, dass kennen die meisten gar nicht. Sie fahren lieber mit einem leichten Tuch um den Kopf und in Flip Flops. Und es wird einfach immer gehupt! Zum Überholen, zum Überholen lassen, zum Aufmerksamkeit schaffen…einfach immer. Und dann nicht einmal, sondern fünf mal! Und das macht jeder. Man hört also nur hupen! Huuuuup, huuuuup, huuuuup…. Es ist ständig laut, denn die Musik drehen sie auch voll auf um das Hupen zu übertönen. Man sieht auch überall Slums und Armut. Die Straßen sind voller Müll und natürlich den Kühen, Hunden und Affen, die frei umher laufen.
Und der Geruch ist…naja eben anders. Wenn man an der Ampel wartet oder im Stau steht, kommen die Bettler direkt ans Auto und klopfen von allen Seiten an die Scheiben. Man guckt in die Augen von einem Baby, in die Augen der Mama…welche selbst noch ein Kind ist…sie sind einem so nahe! Ich fühlte mich schlecht dabei, weil es mir in Deutschland so gut geht. Das war wirklich hart!
In Mumbai waren wir dann typisch indisch Essen (mhm lecker und so billig!) und anschließend beim Gateway of India und auf der Elephant Island. Dort waren aber keine Elefanten zu sehen…nur Affen, Kühe und hungrige Vögel.
Mit dem Boot ging es dann wieder zurück und wir konnten einen wunderschönen Sonnenuntergang (Mumbai Skyline im Hintergrund) genießen.
Nach einer kalten Dusche (was man in Indien eben Dusche nennen kann) ging es dann wieder viel zu spät ins Bett.
Am folgenden Tag waren wir im Gandhi Museum und haben uns über das Leben des heiligen Mannes informiert.
Danach fuhren wir nach Lonavala, (etwa 100km südlich von Mumbai) um unsere Trekkingtour zu starten. Ich war so froh aus der Stadt raus zu kommen! Ich war fix und fertig vom Lärm, dem Gestank und der Hektik! Seit meiner Landung in Mumbai hatte ich noch nicht einmal Ruhe! In Lonavala war sehr heiß und die Sonne knallte nur so auf uns ein, als wir losgingen. Unsere Guids waren echt cool. Sie erklärten uns alles über Heilpflanzen und Tiere und über das Leben in den indischen Dörfern. Wir haben auch eine riesige Schlangenhaut gefunden. Gott sei Dank war die Schlange schon weg, sonst hätte ich einen Schreikrampf bekommen.
Das Englisch ist nur nicht ganz leicht zu verstehen…aber wir kamen zurecht! Am Abend waren wir dann in einem indischen Dorf, völlig abgeschieden von der Zivilisation, ohne Strom und ohne Wasser. Die Einheimischen feierten an dem Abend das Fest „Holy“ mit Trommeln, einem riesigen Feuer, Tanz und ganz viel bunter Farben. Mit Einheimischen meine ich aber nur die Männer. Frauen dürfen in Indien nicht feiern. Sie haben in der Zwischenzeit das Essen für uns vorbereitet. Wir aßen bei einer indischen Familie….so richtig indisch. Man sitzt auf dem Boden und ist mit der rechten Hand! Die Schuhe hat man im Haus immer aus, nicht weil es dreckig werden könnte, (es ist sowieso überall dreckig / Sandboden) sondern aus Respekt. Nach dem leckeren und scharfem Essen (mir schmeckt die indische Küche wirklich gut!!) ging es zu unserem Haus, in dem wir übernachten sollten. Wir kamen im Dunkeln an und ohne unsere Taschenlampen wären wir verloren gewesen…ohne Strom geht eben nichts. Wir schliefen auf dem Boden und es war sehr sehr hart! Die „Toilette“ war ein Loch im Wald. Wasser gab es nur zum waschen und zum Trinken musste man sein Wasser aus der Flasche nehmen. Diese Nacht war eine interessante Erfahrung, aber ich brauche das so schnell nicht wieder. Mir tut der Rücken weh vom Rucksack schleppen und vom harten Steinboden!
Am Morgen ging es (mal wieder nach viel zu wenig Schlaf) weiter auf den Berg. Dort mussten wir uns von einer Burg abseilen. Das kostete ganz schön viel Überwindung den ersten Schritt zu machen und sich nach Hinten fallen zu lassen. Umso glücklicher war ich, als ich unten ankam. Wow…ich hatte es geschafft! Den ganzen Tag liefen wir bei der Hitze weiter. Wir alle waren richtig dreckig (meine neue Hose und meine neuen Schuhe sehen jetzt schon aus, als wären sie 100 Jahre alt…ich frage mich, ob mein weißes T-shirt je wieder weiß wird?) und wir schwitzen ohne Ende. (Gott sei Dank könnt ihr mich auf den Bildern nicht riechen!!) Es war wirklich anstrengend und es gab ja keine Duschen! Aber die Natur und die Ruhe war einfach atembraubend. Ich habe das so genossen!! Das Mittagessen unter einem Baum, das Vogelzwitschern…es war traumhaft schön. (Leider können Bildern nicht halb so viel vermitteln…)
Am Abend sind wir zurück nach Lonavala City und genossen eine kalte Dusche. An die indischen „Duschen“ werde ich mich nie gewöhnen! Danach wollte ich einfach noch ein bisschen Musik hören, aber mein I-pod ist kaputt. Zu Beginn meiner 8 Monate funktioniert das doofe Ding einfach nicht mehr! Ohne Musik drehe ich hier noch durch!!
Am Freitag sind wir dann mit dem Zug nach Goa gefahren. Nach 12 Stunden Fahrt waren wir endlich im Camp. Dort waren schon 20 andere Volunteers, die uns erwartet haben. Nach dem Essen kam dann die Enttäuschung…das Internet funktioniert nicht und es wird frühstens kommenden Montag repariert. Jetzt teilen wir uns mit 30 Leuten einen Internet-USB Stick! 🙁
(Jetzt habe ich ihn gerade 🙂 )
Morgen haben wir endlich einen freien Tag und können an den Strand! Ich freue mich schon wahnsinnig darauf!
Am Montag, Dienstag und Mittwoch geht es zum Meditieren und Yoga lernen. Gleichzeitig ist am Nachmittag die Einarbeitung in unser Projekt und am Donnerstag werden wir mit unserer Arbeit beginnen. Ich bin gespannt! 🙂
Ich melde michwieder so bald ich kann…
Namaste eure Christiane




























Hallo Christiane
Sag mir doch mal wo und wie ich Deine aktuellen Beiträge finde,Oma möchte das gerne mal sehen.Du kannst mir auch ein e-mail schicken wenn Du kannst mit einer Telefonnummer und wir werden Dich von hier aus mal anrufen.
Bis dann mal Reinhard
Melde Dich mal
Hi
sehr beeindruckend, Du darfst halt vieles nicht an Dich herran lassen sonst wird es schwehr.Wenn Du willst kannst Du ja auch mal mir direkt ein mail schreiben.Bis dann.
Einfach genial. Indien – ich will auch! Irgendwann komm ich da auch nochmal hin, aber bis dahin such mal nach den schönsten Plätzen und schreib alles auf. Wenn deine Reise weitergeht in Richtung Thailand und Neuseeland, steh ich natürlich auch gern mit Tipps zur Seite 🙂 Fühl dich gedrückt!
Huhu!
Das WIFI geht nicht und wir muessen uns mit 30 Leuten einen Internet Stick am oeffentlichen PC teilen….eben ist meine Zeit schon wieder abgelaufen! 🙁 Ich melde mich, wenn das WIFI geht! 🙂 (Hab schon wieder einen langen Bericht! 🙂 )
Hey ho,
vom Lärm, Dreck und „besonderen“ sanitäre Anlagen berichtet zu bekommen hab ich ja erwartet aber… wie kann es bitte sein, dass es da Probleme mit dem Inder-Net gibt ?! 😉
Bin schon sehr gespannt, wie die Berichterstattung weiter geht !
PS: Immer schön uffbasse 🙂
Viele Grüße
Steffen
Hey Süße! Es ist wirklich schön, dass du dazu gekommen bist, all deine Erlebnisse in Worte zu fassen (auch wenn ich dir glaube, dass man manches gar nicht erklären kann sondern erleben muss). Es macht richtig Spaß von dir zu lesen, deine Bilder zu sehen, zu erfahren wie es dir so geht und was du alles erlebst. Es bringt dich uns ein bisschen näher, obwohl du so weit weg bist.
Trotz mancher Strapazen wünsche auch ich dir, dass du weiterhin viel mitnehmen kannst und Spaß hast! Wir denken hier an dich und pass gut auf dich auf! Drücke dich ganz lieb und fest und schicke dir viele Grüße! Hab dich mega lieb, Namaste. 😉 Bibi
Hallo Schwesterchen,
sehr interessant und spannend zugleich.Wenn man regelmässig solch schöne Berichte von dir erwarten kann,braucht man echt kein Buch mehr.Mach weiter so,lass uns German Traumtänzer daran teilhaben ! 🙂
Ich drück dir ganz fest die Daumen das der Strand etwas sauberer ist als die Stadt!
Hab /mach dir noch ganz viele schöne Tage in Indien.
Du kannst uns zwar nicht sehen,aber wir sind IMMER bei dir,denk daran! 🙂
–>Never Back Down to any challenge and Never quit ! <–
Wow, das klingt nach einer anstrengenden, aber wahnsinnig interessanten ersten Woche.
SEHR geiler Bericht, weiter so!
Ich fiebere schon den nächsten Zeilen und Bildern entgegen…
Drück Dich!
Peter
Danke Liebes,
habe Deine Zeilen regelrecht verschlungen!
Denk‘ unheimlich viel an Dich!
Dicker Drücker! Deine Stephi
( unglaublich aber wahr, selbst Leo hat schon
Nach „Trissi“ gefragt)
Bussis!!
Freu mich schon auf neue Berichte von Dir!!!