„Kulturschock Deutschland“

22 10 2012

Hallo meine Lieben,

jetzt bin ich schon eine Woche zu Hause, aber es kommt mir viel kürzer vor! Wo ist die ganze Zeit? Vor genau 8 Tagen war ich noch in New York und habe mich auf meine Abreise vorbereitet…

Flo und ich gaben unseren Koffer/Rucksack im Hotel ab und wir machten uns noch auf den Weg zum „Central Park“. Dort verbrachten wir den Nachmittag in der Sonne, bevor wir uns auf den Weg zum Flughafen machen mussten. Wir fuhren mit dem Shuttel zum „JFK Airport“ und dort trennten sich unsere Wege. Flo musste zum Terminal 3 und ich zu Terminal 7. Wir verabschiedeten uns und ich machte mich auf den Weg zum Check- In. Meine letzten zwei Flüge meiner Weltreise standen mir bevor, aber ich war relativ gelassen und ruhig. Es war diesmal sogar ziemlich „einfach“ für mich, denn es war kein schwerer Abeschied von neu gewonnenen Freunden (Flo würde ich ja bald wieder sehen) und ich wusste, an meinem Zielort werde ich nicht alleine stehen und das Problem haben „Wo schlafe ich heute Nacht?“! Ich lief also durch den Flughafen, gab meine letzten Dollar aus und wartete auf meinen Flug.

„Central Park“ New York

im Central Park

Flo und Ich im Park

Auch im Flugzeug war ich die Ruhe selbst. Ich schauten einen Film und versuchte ein bisschen zu schlafen (was leider nicht möglich war!). In Island musste ich umsteigen und danach hatte ich weitere 3 Stunden bis nach Deutschland. Ich schrieb ein letztes Mal in mein Tagebuch und wurde ein bisschen nachdenklich. Mein Gott…was habe ich doch dieses Jahr alles erlebt! Wahnsinn! Ein bisschen nervös – vor meiner Ankunft- wurde ich dann doch. Wie werden mich meine Liebsten wohl empfangen und wer ist alles am Flughafen?? Ich kam in Frankfurt an, wartete auf mein Gepäck und ging schließlich zum „Exit“. Kaum war ich draußen, sah ich auch schon meine Mama und Oma. Ganz vorne in der Reihe warteten sie auf mich. Als auch sie mich sahen, liefen die ersten Tränen…!

Ich lief um die Absperrung herum, um meine Mama besser umarmen zu können und da sah ich auch gleich Andreas und….oh mein Gott….meine Freunde!!! Ich hatte mir immer einen „Flashmob“ zur Ankunft gewünscht und ich bekam ihn auch: einen T-Shirt-Flashmob!! (Danke noch mal, dass war eine tolle Idee!!!) Ich umarmte alle, die Tränen liefen, ich zitterte vor Aufregung, aber ich war glücklich! (Danke für alle, die am Flughafen waren und für die, die an mich gedacht haben!)

Ankunft

die Rücksäcke müssen runter

nach 226 Tagen…Mama und Tochter

meine Oma und Ich

Meine Freunde und Ich am Flughafen

mein Flashmob-Tshirt

…mit meinem Motto! 😉

Herzlich Willkommen zu Hause

Ich fuhr mit meiner Familie nach Hause, es gab Mittagessen und wir erzählten. Ich packte meinen Rucksack aus und zeigte dabei meiner Familie das „perfekte Packsystem“ und wie ich 8 Monate mit dem Rucksack gelebt hatte. Sie staunten nicht schlecht, was alles in diesen Rucksack reinpasste. 5 Maschinen Wäsche waren voll und liefen gleich bis in die Nacht hinein. Am nächsten Tag war schon alles sauber und endlich mal „gut riechend“. 🙂

Die nächsten Tage waren für mich sehr seltsam. Ich war zurück in Deutschland und zu Hause, aber ich kam mir erst mal wie ein Fremder vor. Wo sind noch mal die Gläser in der Küche? Wo steht der Mülleimer? Und oh mein Gott….ist das im Kleiderschrank tatsächlich alles mir? Ich fühlte mich wie erschlagen von meinen eigenen Sachen. Es war einfach alles viel zu viel. Ich kam doch 8 Monate mit dem Geringsten aus und plötzlich hatte ich wieder ein Auto, einen Schrank voller Klamotten, viele Schuhe, Schmuck, Make Up und einfach einer riesen Auswahl von allem. Von „fast nichts“ zurück in „alles“! Das erschreckende dabei ist: Ich hatte fast nichts davon vermisst! Ich kam wunderbar zurecht mit dem „Bisschen“, was ich hatte! 1Paar Schuhe, 2 Hosen und ein paar T-Shirts…was brauche ich schon mehr? Je weniger man im Rucksack hatte, desto weniger „Balast trug man auf den Schultern“ (auch im übertragenden Sinne)!

Ich hatte außerdem nahezu alle Passwörter und Pinnnummern vergessen und die ersten Nächte in meinem eigenen Bett waren seltsam. Wo waren die ganzen Mitschlafer im Raum, der Lärm, das Licht und die Atemgeräusche?! Das erste Mal Autofahren war auch sehr ungewöhnlich…auf der linken Seite war es mir permanent zu eng und ich musste aufpassen, dass ich nicht links herum in den Kreisverkehr hineinfahre. Ich wurde Überholt und dabei hupte der Fahrer…wie gewohnt hob ich meine Hand zum Gruß („Hi, how are you doing?“) und ein „Stinkefinger“ kam als Antwort zurück. Im Supermarkt fragte ich wie gewohnt an der Kasse „Wie geht es Ihnen?“ und die Frau guckte schockiert und antwortete nichts. Mhm…Welcome in Germany! Es ist alles ganau wie davor, aber für mich erscheint es jetzt anders. (Anders ist weder gut noch schlecht…es ist nur anders!) Ich glaube ich hatte einen typischen „kleinen“ Kulturschock!

Ich ging zu meinem ersten Vorstellungsgespräch und Mitte der Woche war ich auch der deutschen Sprache wieder mächtig. Mir rutschen immer noch ein paar englische Wörter raus, aber im großen und ganzen spreche ich wieder normal! 🙂

Der Samstag kam und ich sollte mit meinen Eltern und den Nachbarn zum Essen gehen. So richtig Lust hatte ich ja nicht und ich überlegte auch, ob ich daheim bleiben sollte. „Du musst aber mit!“, kam von Andreas und ich machte mich schließlich fertig zum Ausgehen. Mich hat es schon gewundert, warum sie sich so schick gemacht hatten?!! Naja…ich lief mit Andreas zur „Bauernstubb“ (dem Restaurant) und sollte dort meine Mama und meine Oma treffen, die schon vorgegangen waren. Von weitem sah ich ein bekanntes Gesicht: „Guck mal Andreas, der sieht aus wie der Peter“, sagte ich! „Nee…das ist nicht der Peter“, kam zur Antwort. Wir mussten nach links zum Restaurant abbiegen, aber mir ließ das doch keine Ruhe. Also sagte ich „warte mal hier, ich guck nur mal!“ Und siehe da…es war Peter! Und nicht nur Peter, sondern auch Dominik, Stephi und Flo! „Was macht ihr denn hier?????“, fragte ich! Die Antwort war klar: ÜBERRASCHUNG. Ich lief in das Restaurant und ein „Herzlich Willkommen Schild“ begrüßte mich. Ein großer Tisch war für uns gedeckt und nach und nach kamen 20 Leute in das Restaurant geschneit. Meine Mama hatte also eine Überraschungsparty für mich organisiert! (Danke Mama, du bist die Beste!) Ich verbrachte einen schönen (feucht-fröhligen) Abend mit meinen Freunden, der Familie und den Nachbarn. Das war wirklich eine gelungene Überraschung! Danke!

ich werde überrascht

Welcome Party

Überraschungsparty…gegen Ende! 😉

Das war also mein „Welcome back“ in Deutschland.

Mittlerweile bin ich auch ganz „angekommen“ und ich fühle mich sehr wohl. Meine Klamotten und Schuhe nutze ich wieder gerne und auch an alle anderen „Annehmlichkeiten“ gewöhnt man sich wieder sehr schnell. Der Unterschied ist jetzt  nur: Ich weiß, ich kann auch ohne! Und somit weiß ich alles viel mehr zu schätzen!

Ich melde mich bald noch mal mit meinem „Fazit meiner Weltreise“…ihr könnt euch also auf einen weiteren Blog-Eintrag freuen.

Bis bald,

eure Christiane



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